3. Liga

FCI bestraft auf Zeit spielende SpVgg

Oberbayern-Derby: Déjà-vu für Haching

FCI bestraft auf Zeit spielende SpVgg

Ralph Hasenhüttl (li., SpVgg Unterhaching) und Horst Köppel (FC Ingolstadt)

Sahen ein intensives Derby und mussten sich am Ende die Punkte teilen: Hachings Coach Ralph Hasenhüttl (li.) und Ingolstadt-Trainer Horst Köppel. imago

Ein Sieg in Ingolstadt wäre für Ralph Hasenhüttl ein schönes Geschenk gewesen, genau zwei Jahre sitzt der Österreicher bereits auf der Trainerbank der Hachinger. Doch es kam anders, ein Tor in letzter Sekunde brachte die Münchner Vorstädter um ihren Lohn. Die verschenkten Punkte werden fast schon Gewohnheitssache: Bereits zum sechsten Mal kassierte sein Team in den letzten fünf Minuten einen Gegentreffer. "Jetzt kann ich mich wieder hinstellen und sagen, dass die Mannschaft viele Dinge gutgemacht hat und wir trotzdem nur einen Punkt haben", sagte Hasenhüttl, der dem Déjà-vu vor allem Frust abgewinnen konnte.

Immerhin konnten die Hachinger dafür sorgen, dass Horst Köppels Ingolstädter nicht ruhigen Gewissens auf dem Oktoberfest feiern konnte. Die Gastgeber dominierten nur zehn Minuten, ansonsten beherrschte Unterhaching das Geschehen. "Wir hatten Glück, dass wir den Ausgleich noch machen. Normal dürfen wir in diesem Spiel keinen Punkt mehr holen", sagte FC-Aufsichtsratsvorsitzender Peter Jackwerth, der die guten Konterchancen der Gäste im Gedächtnis hatte. Dass der 0:1-Rückstand aus einer Fehlentscheidung resultierte - Bambaras Foul an Schweinsteiger geschah deutlich vor der Strafraumgrenze - war deshalb kein Thema.

Tobias Schweinsteiger (Unterhaching)

Doppeltorschütze in Ingolstadt: Tobias Schweinsteiger. imago

Vielmehr muss Köppel analysieren, warum seine Elf nichts zuzulegen hatte. "Wir haben nicht so geradlinig gespielt. Es war schon komisch, dass da einige Spieler dabei waren, die nicht hundertprozentig ihre Leistung brachten", rätselte Köppel, gestand aber auch, dass ihn Unterhaching überraschte: "Ich hätte nicht gedacht, dass sie so angreifen und Pressing spielen. Aber da muss meine Mannschaft dann auch eine Lösung finden."

Das Lob wird bei Roman Tyce ob des aus Gästesicht brotlosen Resultats nicht fruchten: "Ich dachte, wir hätten aus den ersten Spielen gelernt, aber das war leider nicht der Fall. Wir hatten die Chancen, das dritte, vierte oder fünfte Tor zu machen. Stattdessen spielen wir auf Zeit und verlieren dann zwei Punkte", meinte der Kapitän der Gastmannschaft angefressen. Er selbst lieferte ein gutes Spiel ab, räumte bei den kompakt stehenden Hachingern viele Bälle ab und befand zu Recht, dass sein Team um den kreativen Robert Zillner und Vollstrecker Tobias Schweinsteiger ein souveränes Spiel ablieferte - aber eben mit unbefriedigendem Ausgang. "Wir tun uns einfach schwer, Tore zu schießen. Daran müssen wir in den zwei Wochen Pause arbeiten", so Tyce. Und daran, in den letzten Minuten keine Treffer mehr zu kassieren.