Bundesliga

FCB und Dortmund sorgen für Krach!

Rummenigges "Solo mit Watzke"

FCB und Dortmund sorgen für Krach!

Sorgt für Entsetzen: Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern.

Sorgt für Entsetzen: Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern. imago

Am EM-Spielort Klagenfurt tagten DFB- und Ligavorstand. Die wichtigsten Entscheidungen:

Punkt 1: Der vom Münchner Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge und Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke gestellte Antrag, am 23.Juli ein Supercupspiel zwischen Meister und Pokalsieger FC Bayern München und Pokalfinalist Borussia Dortmund auszutragen, ist vom Ligavorstand einstimmig abgelehnt worden. Ligapräsident Dr.Reinhard Rauball nahm an der Abstimmung nicht teil, weil er als BVB-Präsident befangen gewesen wäre. Bayern Münchens Boss Rummenigge war gar nicht nach Klagenfurt in Kärnten gekommen.

Obwohl Bayern und der BVB 20 Prozent der Einnahmen an die Liga abgegeben hätten, wurde der Antrag zurückgewiesen. Begründung: Ein Wettbewerb muss vor Beginn einer Saison ausgeschrieben werden. Einen Tag nach der Klagenfurter Sitzung lösten der FC Bayern und der BVB am Mittwoch großen Krach in der Liga aus. In München erklärte Rummenigge: "Da der Ligapokal wegen Termin-Problemen in diesem Jahr nicht ausgetragen wird, haben wir den Supercup reaktiviert. Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit Borussia Dortmund dieses attraktive Spiel wiederzubeleben." Kollege Watzke sprach von einem "Höhepunkt der Saisonvorbereitung", der am 23.Juli in Dortmund stattfinden wird.

Rummenigges Kollegen im Ligavorstand reagierten auf dessen "Solo mit Watzke" mit Entsetzen. Die Liga steht seit Mittwoch vor einer großen Zerreißprobe. Schließlich war nicht zuletzt mit der Stimme von Rummenigge im November mit ganz knapper Mehrheit im Ligavorstand der in den letzten Jahren ausgespielte Ligapokal für diesen Sommer ausgesetzt worden. Der Auftritt des Meisters beim 13. der abgelaufenen Saison kann aus Sicht der Liga nur als normales Freundschaftsspiel gelten.

Punkt 2: Der nächste Krach mit dem FC Bayern steht schon bevor, weil im DFB-Pokal die Fernsehhonorare ab sofort gerechter verteilt werden. Der DFB-Vorstand billigte den vom Ligavorstand entworfenen Verteilungsschlüssel, der entsprechende Beschluss des DFB-Präsidiums auf seiner Sitzung am 4.Juli gilt als Formsache. Schon in der 1. Pokalrunde erhält jeder Verein künftig 96875 Euro (bisher 54000), in der zweiten Runde wird das TV-Honorar auf 225000 Euro verdoppelt. Von 450 000 Euro (3. Runde) geht es über 900 000 (Viertelfinale), 1,55 Millionen (Halbfinale) bis zu 2,52 Millionen für den Pokalsieger und 1,68 Millionen Euro für den Verlierer des Endspiels. Bisher hatten die Finalteilnehmer jeweils den gleichen Betrag (1,5 Millionen Euro) an TV-Geld erhalten. Mit Bandenvermarktung erzielt der Cupsieger künftig etwa sechs Millionen Euro Zuschauereinnahmen.

Die gerechtere Verteilung der TV-Gelder geht auf Kosten des FC Bayern München, denn: Für das Livespiel jeder Runde in ARD oder ZDF gibt es künftig kein Extrahonorar mehr für die beteiligten Vereine. Bisher kassierten die am Livespiel beteiligten Klubs folgende Gelder: 370000 Euro (1.Runde), 459000 (2.Runde), 549000 (3.Runde) sowie 639000 Euro (Viertelfinale). Da der FC Bayern für die höchsten Einschaltquoten sorgt, wurden in der Vergangenheit fast alle Münchner Pokalauftritte von ARD und ZDF für das Livespiel ausgewählt.

Erstmals werden in der neuen Saison alle Pokalspiele live und in der Konferenz bei Premiere übertragen, ARD und ZDF senden pro Runde ein Livespiel sowie die beiden Halbfinals und das Finale.

Rainer Franzke