eFootball

FC Schalke 04 gibt weitere Liga auf und entlässt PES-Spieler

Wegen Abstieg

FC Schalke 04 gibt weitere Liga auf und entlässt PES-Spieler

Spielen nicht mehr für Schalke: 'Urma', 'MeroMen' und 'El_Matador'.

Spielen nicht mehr für Schalke: 'Urma', 'MeroMen' und 'El_Matador'. Schalke 04 eSports

Die Nachrichtenflut aus Gelsenkirchen, sie nimmt kein Ende. Im Juli 2020 war eine Bürgschaft des Landes NRW nötig, um den Verein liquide zu halten. Im Sommer 2021 dann der Abstieg der Profifußball-Abteilung in die 2. Bundesliga.

Es folgten eine konsequente Spieleretat-Senkung auf weniger als 80 Millionen Euro und der Startplatz-Verkauf für die europäische League of Legends-Liga (LEC) an die eSport Organisation "BDS". Letzteres spülte ganze 26,5 Millionen Euro in die Kassen des Clubs.

Zu wenig, um das ambitionierte Engagement im eSport bei Gesamtverbindlichkeiten von derzeit ca. 200 Millionen Euro in seiner einstigen Breite aufrecht zu erhalten?

Rückzug aus Spiel und Liga

Nun geht der Abbau der eSport-Sparte weiter: Der FC Schalke 04 beendet mit der kommenden Saison 2022 vorerst seine Anstrengungen in der eFootball.Pro, der professionellen Liga zu Konamis PES/eFootball-Reihe.

Sowohl Mike 'El_Matador' Linden, als auch Mehrab ‘MeroMen‘ Esmailian bestätigten in Gesprächen mit kicker eSport ihre ausgelaufenen Verträge und sprachen über den Lizenzverlust.

Schalkes Bestrebungen im eSport wurden in den letzten Monaten sukzessive heruntergefahren, auch eine Partnerschaft mit Konami generell wird erstmal nicht fortgeführt.

"Die Lizenz wurde aufgrund des Abstiegs nicht verlängert, da Konami keine Zweitligisten lizenziert. Schalke hat viel versucht, um die Lizenz zu verlängern, aber das ist gescheitert", sagt Mike Linden. Damit entfällt entsprechend auch der wichtigste Grund für Königsblau, ein Profiteam zu unterhalten. 

'MeroMen' führt aus: "Über unsere Zukunft kann ich sagen, dass sie, Stand jetzt, nicht mit dem FC Schalke 04 weitergeht, da Schalke nicht in eFootball vertreten sein wird und somit nicht am Wettbewerb teilnehmen kann."

Schalke selbst bestätigt gegenüber kicker eSport diese Aussagen. 2022 werde der Verein definitiv nicht an der eFootball.Pro teilnehmen. Die Gespräche mit Konami würden jedoch fortgesetzt, ein weiteres Engagement von Schalke im kommenden Jahr sei nicht ausgeschlossen, aber zunächst werde der Klub auf Gewissheit bezüglich einer eSport-Liga warten. Das neue "eFootball" des japanischen Entwicklers ist bislang nahezu unspielbar und bietet keine Möglichkeit für professionellen Sport.

Schalkes eSport Ambitionen schrumpfen weiter

Die eFootball.Pro Saison 2021 konnte das Knappen-Trio um Linden, Esmailian und Adrian Urma - mit einem Sieg über die AS Rom - überraschend auf Platz drei abschließen.

Erfolge, an die der Verein mit dem Ausscheiden aus der professionellen Liga nicht mehr anknüpfen kann. Während Urma im Oktober 2021 bei Rom unter Vertrag kam, sind Linden und Esmailian derzeit auf der Suche nach neuen Herausforderungen.

"Kein Verein weiß, wann die Saison beginnen, noch in welchem Modus gespielt werden soll", so Linden zur aktuellen Lage in Konamis eFootball und den damit verbundenen Schwierigkeiten zu Vertragsabschlüssen im Profibereich.

Es ist ein langer Fall, in dem sich die eSport-Abteilung des FC Schalke 04 derzeit befindet. 2018 zum Eintritt in die PES Profiliga klang das noch anders:

"Im Fußballbusiness waren wir einer der Vorreiter, als wir uns entschieden haben, eine eigene eSport-Abteilung in den Verein zu integrieren. Wir planen, unser Engagement in diesem Bereich stetig weiter auszubauen und auch andere Bereiche des eSports zu erschließen", sagte Tim Reichert, Schalkes Chief Gaming Officer damals. Aber auch Reichert verließ nach dem Abstieg in die 2. Bundesliga die Knappen.

Es ist eine Aussage, die in der Retrospektive nur eine kurze Halbwertszeit aufwies. Mit dem Ausscheiden aus der LEC und der eFootball.Pro ist Schalkes Engagement im eSport auf die League of Legends Prime League und FIFA geschrumpft.

Benja Hiller/Holm Kräusche