Bundesliga

FC Bayern wertet umstrittene Kontrollen als Erfolg

München: Reaktion auf deutliche Kritik

FC Bayern wertet umstrittene Kontrollen als Erfolg

Von Seiten der Polizei fanden die in Zelten vor der Allianz Arena durchgeführten Kontrollen Zustimmung.

Von Seiten der Polizei fanden die in Zelten vor der Allianz Arena durchgeführten Kontrollen Zustimmung. picture alliance

Im Rahmen der Partie am vergangenen Samstag hatte der FC Bayern die Einlasskontrollen am Gästebereich verschärft und vor dem Stadion sogar spezielle Durchsuchungszelte aufgebaut, was von vielen Seiten Kritik aufkommen ließ .

In einer Verlautbarung auf der Vereinswebsite verbuchten die Münchner die Aktion am Montag als Erfolg im Rahmen ihrer Aufgabe, "verbotene Pyrotechnik und Gewalt im Stadion zu verhindern". In den aufgebauten Zelten hätten weder Kontrollen mit sogenannten "Nackt-Scannern" stattgefunden, noch hätten sich Personen ausziehen müssen. Nach Aussage des Vereins wurden hier lediglich "ca. 30 bis 40 Personen gebeten, ihre Jacken abzulegen und teilweise ihre Taschen überprüfen zu lassen".

Wie der Verein weiterhin bekanntgab, wurden bei Kontrollen im Rahmen der Partie insgesamt unter anderem 20 Messer, zwei Schlagstöcke, ein Schlagring, eine Sturmhaube, Pfefferspray und Kokain sichergestellt.

Die verstärkten Durchsuchungen fanden unter Einbeziehung der Polizei und unter der Kontrolle des DFB statt. Für die DFB-Sicherheitsaufsicht kommentierte Kurt Benisch kurz und knapp: "Die DFB-Sicherheitsaufsicht hat die Maßnahme begleitet, protokolliert und für gut befunden." In einem vom FC Bayern veröffentlichten Schreiben bedankte sich Münchens Polizeivizepräsident Robert Kopp für die Maßnahmen:

Ich begrüße die auf Basis einer gemeinsam mit der Polizei erfolgten Lagebeurteilung von Ihnen veranlassten verstärkten Einlasskontrollen unter Verwendung von zwei Zelten. Dies war notwendig und, wie der Verlauf zeigt, geeignet, Frankfurter Problemfans von der Verwendung pyrotechnischer Gegenstände abzuhalten.

Robert Kopp, Polizeivizepräsident München

Auf weniger Sympathie stieß das Vorgehen bei Fan-Vertretern. Die Arbeitsgemeinschaft Fananwälte hatte das Vorgehen bereits als "rechtswidrig" und "intensiven Eingriff in Grundrechte" kritisiert, selbst sogenannte "Szenekundige Beamte" der Frankfurter Polizei die Aktion laut einer Mitteilung der Eintracht-Fanbeauftragten als "keinesfalls zielführend" beurteilt. Auch Wilko Zicht, Sprecher des Bündnisses Aktiver Fußball-Fans (BAFF), verurteilte die verschärften Kontrollen: "So etwas geht gar nicht. Das war völlig unverhältnismäßig und meiner Meinung nach auch rechtswidrig." Einen Kritikpunkt aus Sicht von Zicht stellt die Möglichkeit der Willkür dar: "Wer wird denn aus der Masse rausgezogen? Jemand, dessen Hose ausgebeult ist, oder jemand, dessen Gesicht einem nicht passt?"