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Fanszenen kündigen Stimmungsboykott am Wochenende an

Protest gegen Investorendeal

Fanszenen kündigen Stimmungsboykott am Wochenende an

Fans von Borussia Mönchengladbach protestierten am vergangenen Wochenende mit "Nein"-Zetteln.

Fans von Borussia Mönchengladbach protestierten am vergangenen Wochenende mit "Nein"-Zetteln. IMAGO/Matthias Koch

Den Boykott kündigten mehrere organisierte Fan-Gruppierungen mit einem einheitlichen Statement auf ihren Kanälen an. Unterschrieben ist es mit "Die Fanszenen Deutschlands". Hintergrund der Ankündigung ist der mögliche Einstieg eines DFL-Investoren, für den die Klubs am Montag mit knapper Mehrheit votiert hatten.

"Das Ergebnis der DFL-Vollversammlung hinsichtlich des Investoreneinstiegs stellt einen Dammbruch für die Bundesliga dar", heißt es in dem Statement. "Der angebliche Dialog auf Augenhöhe mit der Basis war schon lange eine leere Worthülse - nun müssen wir uns anderweitig Gehör verschaffen! Und um gehört zu werden, wird man von uns nichts hören. Zumindest die ersten zwölf Minuten der Spiele am kommenden Wochenende nicht."

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Die Diskussion um einen DFL-Investor

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  • Für Investitionen u.a. in Digitalisierung wollte die DFL-Führung Kapital von einen Investor einholen.
  • Die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit wurde bei der geheimen Abstimmung auf die Stimme genau erreicht.
  • Nach einer außerordentlichen Sitzung hat die DFL beschlossen, den Partnerprozess nicht weiterzuführen. 

Die Zahl zwölf stehe dabei für den "vielbeschworenen 12. Mann", der laut Mitteilung "bundesweit nicht bereit ist, als Teil der Verhandlungsmasse des DFL-Deals mit dubiosen Investoren herzuhalten". Das Statement wurde sowohl von Fanszenen von Bundesliga-Vereinen als auch von Zweitliga-Vereinen verbreitet. Damit ist davon auszugehen, dass in den Stadien der obersten beiden deutschen Ligen am Wochenende in den ersten zwölf Minuten der Partien keine Fangesänge oder sonstiger Support stattfinden werden.

Bereits am vergangenen Wochenende war es vor der Abstimmung auf der DFL-Mitgliederversammlung zu zahlreichen Protesten gegen den möglichen Deal gekommen. Mit Spruchbändern und kleinen Choreographien hatten die Fans mehrerer Vereine ihre Ablehnung ausgedrückt. Auch in den Wochen zuvor hatte es immer wieder ähnlich geartete Proteste gegeben.

"Den Investoreneinstieg sehen wir als einen elementaren Angriff auf den basisorientierten Volkssport Fußball hierzulande", ist in dem Schreiben weiter zu lesen. "Die Funktionäre mögen Medienrechte verscherbeln können, doch gleichwohl können wir unsere eingebrachten Anteile am Produkt Bundesliga selbst beeinflussen. Unsere Ressourcen im Kampf gegen die Profitgier und Willkür der DFL werden wir kollektiv bündeln. Noch könnten die Geschäftsführer der Liga das verhängnisvolle Investmentprojekt stoppen. Wir werden diesen Weg genauestens im Visier behalten".

mib

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