2. Bundesliga

Fan-Eklat bei Hansa Rostock: Innenminister schaltet sich ein

Innenminister schaltet sich ein und fordert Rostock zum Handeln auf

Fan-Eklat bei Hansa: "Unfassbar, pietätlos und menschenverachtend"

Auf der Rostocker Südtribüne wurde das abscheuliche Banner (hier nicht im Bild) hochgehalten.

Auf der Rostocker Südtribüne wurde das abscheuliche Banner (hier nicht im Bild) hochgehalten. imago images/Fotostand

Nachdem während des Heimspiels von Hansa Rostock auf der Tribüne ein Banner gezeigt wurde, das sich respektlos und abfällig auf den Tod eines jungen Polizeibeamten aus Hamburg bezieht, distanzierte sich der Klub zunächst "von diesem beschämenden Banner und verurteilt diese Pietätlosigkeit aufs Schärfste".

Polizei Hamburg "entsetzt"

Zudem entschuldigte sich der Verein bei den Angehörigen des verstorbenen Beamten für die "moralisch in keiner Weise vertretbare Aktion". Noch während des Spiels sei laut Vereinsangaben unter anderem die Polizei und der Innenminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern kontaktiert worden. "Wir sind entsetzt über so viel Niedertracht und Pietätlosigkeit", twitterte die Polizei Hamburg auf das Banner bezugnehmend. Der 24-Jährige verstarb nach Angaben der Polizeigewerkschaft Hamburg bei einem Lehrgang in Mecklenburg-Vorpommern nach einer nächtlichen Belastungsübung.

Hansa Rostock - Vereinsdaten
Hansa Rostock

Gründungsdatum

28.12.1965

Vereinsfarben

Weiß-Blau

In diesem Zusammenhang reichen Distanzierungen und Entschuldigungen des Vereins nicht mehr aus.

Innenminister Torsten Renz

Eine Reaktion von Innenminister Torsten Renz ließ nicht lange auf sich warten. "Das, was dort gezeigt wurde, ist schlichtweg unfassbar, pietätlos und menschenverachtend", fand Renz klare Worte und nimmt jetzt für die Zukunft den Verein in die Pflicht: "Es kann nicht sein, dass bei Heimspielen des F.C. Hansa Rostock wiederholt Banner gezeigt werden, mit denen man verstorbene Polizisten verunglimpft und trauernden Familien zusätzlichen Schmerz zufügt. In diesem Zusammenhang reichen Distanzierungen und Entschuldigungen des Vereins nicht mehr aus. Ich erwarte, dass die Vereinsverantwortlichen mit aller Konsequenz Einfluss darauf nehmen, dass solche herabwürdigenden Banner gar nicht erst ins Stadion gelangen können."

Renz hat sich in einem Schreiben bereits an die Hamburger Polizei gewandt und sein Mitleid bekundet. Zudem werden die Streifenwagen des Landes mit Trauerflor ausgestattet.

"Gedenken an einen Kollegen entmenschlicht und in den Dreck gezogen"

Der Landesvorsitzende der Polizeigewerkschaft Hamburg, Thomas Jungfer, verurteilte "mit aller Schärfe die widerwärtige und menschenverachtende Hassbotschaft sogenannter Fußballfans". Wer den tragischen Tod eines jungen Menschen benutze, um seinen Hass gegenüber Polizisten auszuleben, verletze sehr den Anstand, das respektvolle Miteinander und das Werteverständnis in der Gesellschaft. "Wir werden es nicht zulassen, dass das Gedenken an einen Kollegen entmenschlicht und in den Dreck gezogen wird."

Jungfer forderte Hamburgs Innen- und Sportsenator Andy Grote (SPD) auf, Strafantrag zu stellen. Hansa Rostock sollte bei den Eltern des toten Polizisten um Entschuldigung bitten.

tru

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