Bundesliga

Fall Kruse: FIFA bestätigt Eingang zweier Klagen

Union-Neuzugang und Fenerbahce verklagen sich gegenseitig

Fall Kruse: FIFA bestätigt Eingang zweier Klagen

Max Kruse

Verklagt seinen ehemaligen Arbeitgeber bei der FIFA: Max Kruse. imago images

"Der Fall wird derzeit von der sogenannten Kammer zur Beilegung von Streitigkeiten (Dispute Resolution Chamber - DRC) untersucht", teilte die Organisation auf kicker-Anfrage mit.

Kruse hatte seinen Vertrag bei dem türkischen Klub gekündigt, weil Gehaltszahlungen nicht im vereinbarten Rahmen geleistet worden sein sollen, und die FIFA eingeschaltet. Fenerbahce reagierte nun ebenfalls mit einer Klage. Dabei soll es türkischen Medienberichten zufolge um 18 Millionen Euro Schadensersatz gehen.

Fenerbahce erteilte die Transferfreigabe

Dieses Vorgehen verwundert allerdings, weil Fenerbahce die Transferfreigabe für Kruse, der seit dem 7. August Angestellter des 1. FC Union ist, erteilt hat - problemlos, wie sowohl Union als auch die FIFA erklärten. Der Wechsel habe "seinen gewohnten Lauf genommen", hatte die FIFA zu Wochenbeginn mitgeteilt. "Fenerbahce hat die für die Erteilung der Spielgenehmigung benötigten Dokumente hinterlegt. Aus unserer Sicht ist alles sauber gelaufen", hatte zuvor bereits Unions Manager Oliver Ruhnert versichert. Union bestätigte nun noch einmal, dass Kruse für seinen neuen Arbeitgeber spielberechtigt ist. Die entsprechende Erlaubnis der Deutschen Fußball-Liga (DFL) liegt seit dem 1. September vor.

Sollte Fenerbahce auf einmal doch ernsthaft die Rechtmäßigkeit der Kündigung durch den Spieler - und damit den Wechsel zu Union - anfechten, würde das nicht zu der erteilten Transferfreigabe passen. Vielmehr wäre es dann logisch erschienen, dass der Klub den ablösefreien Transfer des 32-Jährigen nach Köpenick zu blockieren versucht hätte. Da Fenerbahce aber laut FIFA und Union alle notwendigen Unterlagen zur Verfügung gestellt hatte, steht der Verdacht im Raum, die Klage könnte eher populistischen Zwecken dienen.

FIFA äußert sich nicht zu Details

Zu dieser Frage wie auch zu den Details der beiden Klagen wollte sich die FIFA nicht äußern. "Wir bitten um Verständnis, dass wir zu diesem Zeitpunkt und aufgrund des laufenden Verfahrens, keine weiteren Angaben machen können. Die Entscheidung wird zu gegebener Zeit kommuniziert", hieß es dazu aus Zürich.

Jan Reinold

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