Bundesliga

Fall Parensen: Anwälte bemühen sich um außergerichtliche Lösung

Keine Einigung - Kammertermin anberaumt

Fall Parensen: Anwälte bemühen sich um außergerichtliche Lösung

Klagt gegen seine Entlassung: Michael Parensen.

Klagt gegen seine Entlassung: Michael Parensen. IMAGO/Matthias Koch

Michael Parensen erschien am Dienstagmittag nicht persönlich zum Gütetermin vor dem Arbeitsgericht in Berlin. Das musste der 37-Jährige auch nicht. Der ehemalige Fußballer, der für den 1. FC Union 249 Pflichtspiele bestritten und seit 2020 auf der Geschäftsstelle des Klubs gearbeitet hat, wurde durch Anwalt Horst Kletke vertreten.

Die Parensen-Seite pochte im Saal 236 im Beisein von zwei Medienvertretern, zwei Beobachtern und einer Gerichtssprecherin auf Wiedereinstellung. Derzeit ist Parensen freigestellt. In seiner Funktion als Technischer Direktor der Lizenzspieler-Abteilung war Parensen am 18. März 2024 zum 30. September 2024 aus Union-Sicht ordentlich gekündigt worden. Dagegen hatte Parensen fristgemäß innerhalb von drei Wochen eine Kündigungsschutzklage erhoben.

Keine Einigung in der Güteverhandlung

Nun wurde über die seinerzeit für die Öffentlichkeit völlig überraschende Trennung in einer Güteverhandlung gesprochen. Zu einer Einigung kam es nicht. Von der Vorsitzenden Richterin Kerstin Miehe wurde daher ein Kammertermin anberaumt. Das nächste Datum dafür wäre tatsächlich aber erst im Juni 2025 frei.

Auch deshalb bemühen sich beide Seiten, doch noch eine außergerichtliche Einigung hinzubekommen. Die Anwälte wollen sich in den nächsten ein, zwei Wochen treffen. "Ich nehme die Gespräche über eine Verständigung hoffnungsvoll auf", sagte Kletke. Sein Mandant, den die Union-Fans als loyalen Spieler und Funktionär kennen, scheint keinesfalls die schlechteren Karten zu haben.

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Dr. Michael Müller wurde von der Richterin nach den Kündigungsgründen gefragt. Der Union-Vertreter sprach von einer unternehmerischen Entscheidung des Vereins, die Tätigkeit des Technischen Direktors entfallen zu lassen. Es wurden auch Kostengründe genannt. Weil Union nun nicht mehr in der Champions League spielen würde, sei dies mit weniger Tätigkeitsfeldern verbunden.

Für Union könnte es teuer werden

Dem widersprach Kletke, schließlich habe Union bei der Ernennung von Parensen zum Technischen Direktor am 21. Juli 2022 noch gar nicht in der Champions League gespielt. Die Tätigkeit sei nicht entfallen. Parensen sei auch nicht Technischer Direktor Champions League, sondern Technischer Direktor der Lizenzspieler-Abteilung gewesen. Kletke benutzte auch den Begriff einer "Austauschkündigung", ohne Namen zu nennen.

Bekanntlich übernimmt Horst Heldt zum 1. Juli die Manager-Tätigkeit bei Union. Er folgt als Geschäftsführer Profifußball auf Oliver Ruhnert. Als designierter Ruhnert-Nachfolger galt aber auch Michael Parensen.

Sollte es am Ende auf eine Abfindung hinauslaufen, könnte es für Union teurer als gedacht werden. Die Richterin sagte, dass sich die Arbeitsverhältnisse Parensens bei Union seit 2009 aneinander angeschlossen hätten - trotz unterschiedlicher Tätigkeiten.

Matthias Koch

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