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Fährt das Unimog bald elektrisch?

Mercedes EQ Unimog - Elektro statt Diesel - Unverwüstlich emissionsfrei

Fährt das Unimog bald elektrisch?

EQ Unimog

So hat man das Unimog noch nicht gesehen: Elektrischer "EQ" mit beleuchtetem Mercedes-Stern. Artyom Trofimenko

Geht nicht, gibt's nicht: Dieses Motto bezieht sich eigentlich auf die völlige Unerschrockenheit, mit der das Unimog seit Jahrzehnten unwegsamstem Gelände trotzt und dabei keinerlei physikalische Grenzen zu respektieren scheint.

Geht nicht, gibt's nicht: Artyom Trofimenko hat dabei auch die Antriebstechnologie des legendären Arbeitstiers im Sinn. Als CAS-Designer - CAS bedeutet computer-aided styling, zu deutsch computergestützte Gestaltung - steht der Russe in den Diensten von Renault, was ihn aber nicht davon abhält, den Diesel im Unimog infrage zu stellen und am Computer über einen möglichen Elektroantrieb nachzudenken.

Akku: Überraschend klein

Unimog EQ

Modernisiert: Auch im Cockpit geht es futuristisch zu. Artyom Trofimenko

Wie die anderen Stromer aus dem Hause Mercedes hat das, was bei Trofimenkos Fingerübungen herausgekommen ist, den Beinamen "EQ" erhalten. EQ Unimog also: Wer jetzt mit opulenten Batteriepacks rechnet, sieht sich allerdings enttäuscht. Die virtuell im Wagenboden verbauten Lithium-Ionen-Akkus kommen auf eine eher magere Kapazität von 50 kWh. Zum Vergleich: Das elektrische Mercedes-SUV EQC bietet 80 kWh, ein Kia e-Soul 64 kWh und der Kleinwagen Opel Corsa-e liegt mit dem EQ Unimog U5025 "akkutechnisch" auf 50-kWh-Augenhöhe.

Nun ja, ein reinrassiger Stromer ist das elektrifizierte Unimog ohnehin nicht, sondern letztlich ein Hybrid: Neben einem 125-kW-Elektromotor an jeder Achse beteiligt sich auch ein Dreizylinder-Diesel mit - wiederum eher bescheidenen - 68 PS am Vortrieb. Die Mischtechnik erschien Trofimenko als sicherste Lösung, abseits der Zivilisation ist es schließlich eher unwahrscheinlich, eine Wallbox anzutreffen.

Schadstoffarm durch Wald und Flur

Das Unimog mit Elektroantrieb auszustatten, macht einerseits Sinn. Gerade beim Einsatz in Wald und Forst darf es gerne schadstoffarm vorangehen. Andererseits aber ist batterieelektrische Mobilität bei so großen und schweren Fahrzeugen nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluss. Eher unwahrscheinlich scheint es daher, dass ein EQ Unimog tatsächlich seinen Platz im Mercedes-Portfolio finden könnte.

EQ Unimog

Nicht völlig elektrisch: Eigentlich ist das EQ Unimog ein Hybrid, denn auch ein Diesel mischt mit. Artyom Trofimenko

Der Name "Unimog" ist übrigens von der sehr zutreffenden Charakterisierung als "Universal-Motor-Gerät" abgeleitet. Seine Ursprünge hat der Unverwüstliche in der Nachkriegszeit. Erste Pläne datieren aus dem Jahr 1945, die Serienproduktion startete 1949. Im Jahr 1950 hat die Boehringer Werkzeugmaschinen GmbH die Unimog-Produktion an Daimler-Benz verkauft.

ule