Int. Fußball

Fabisch meldet Bestechungsversuch

"Elfmeter 20.000 Dollar wert"

Fabisch meldet Bestechungsversuch

Benin gegen Mali

Sein Auftaktspiel verlor Benin (li. Omotoyossi) gegen Mali (re. A. Coulibaly) mit 0:1. imago

"Zwei Tage vor unserem ersten Spiel gab es hier bei uns einen schier unglaublichen Vorfall. Da kam ein Afrikaner in unser Teamhotel und wollte mit mir ungestört unter vier Augen reden. Es stellte sich heraus, dass es jemand von einer Wettorganisation aus Singapur war", sagte Fabisch in einem Interview mit ARD.de.

Der Mann habe ihn gefragt, ob er zu mindestens zwei Spielern im Team ein Vertrauensverhältnis habe, um mit ihnen eine Absprache zur Spielmanipulation treffen zu können. Am besten seien der Torhüter und ein Verteidiger. "Er kam auch mit einem konkreten Preis. Ein Elfmeter gegen uns sei ihm 20.000 US-Dollar wert", sagte Fabisch. Als der 57-Jährige dem Mann mit der Polizei drohte, nahm dieser Reißaus. "Am nächsten Tag rief er mich aber noch einmal an und wiederholte sein Angebot. Ich habe ihn gefragt, ob er unseren Sport kaputt machen wolle und habe aufgelegt."

Fabisch verteidigt Personalentscheidung

Afrika-Cup 2008

Das Auftaktspiel gegen Mali hatte Benin am Montag 0:1 verloren. Auch sonst könnte es für Fabisch beim Turnier in Ghana besser laufen. Am Mittwoch hatten sich 600 Fans der "Eichhörnchen" vor dem Mannschaftshotel in Sekondi versammelt und gegen Fabischs Entscheidung demonstriert, Tunesien-Legionär Mouritala Ogoubiyi aus disziplinarischen Gründen aus dem Kader zu streichen. Fabisch verteidigte seine Maßnahme: "Er ist seit sechs Wochen ohne Training, würde nicht mal fünf Minuten durchhalten."

Auch Vogts gehörig unter Druck

Vor dem zweiten Auftritt seines Teams am Freitag gegen die Elfenbeinküste steht der frühere Profi von Borussia Dortmund ebenso mit dem Rücken zur Wand wie Berti Vogts mit Nigeria in derselben Gruppe. Das Spiel gegen Mali am Freitag könnte schon das Aus für den ehemaligen Bundestrainer bedeuten. Sollte der zweimalige Afrika-Meister nach der Auftaktpleite gegen die Elfenbeinküste (0:1) erneut verlieren und ausscheiden, dürften Vogts' Tage als Coach der "Super Eagles" gezählt sein.

Der Europameister-Coach von 1996 selbst bleibt optimistisch. "Meine Spieler haben eine gute Einstellung, und ich weiß, dass sie alles geben werden, um weiterzukommen", sagte Vogts, der darauf verwies, im ersten Spiel "gegen die beste Mannschaft Afrikas" verloren zu haben.