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FIFA | Experte attackiert EU-Kommission: "Feige!"

Nach Pro-FIFA-Schriftsatz zu den Beraterregeln

Experte attackiert EU-Kommission: "Feige!"

Teilerfolg für die FIFA: Die EU-Kommission bekräftigt die Provisionsobergrenzen im Fußball.

Teilerfolg für die FIFA: Die EU-Kommission bekräftigt die Provisionsobergrenzen im Fußball. IMAGO/ULMER Pressebildagentur

"Wenn die EU-Kommission der Auffassung ist, dass das alles richtig ist, was die FIFA gemacht hat, dann sollen sie entsprechende Richtlinien verabschieden", fordert Dr. Gregor Reiter im Gespräch mit dem kicker. Allerdings ist sich der Rechtsanwalt und frühere Geschäftsführer der Deutschen Fußballvermittler-Vereinigung DFVV sicher: "Dafür aber sind sie zu feige, weil sie um die rechtliche Brisanz wissen und den politischen Preis fürchten. Die EU-Kommission will ihre politische Verantwortung auf den EuGH abwälzen. Ich gehe davon aus, dass sich der EuGH davon nicht beeindrucken lässt und unabhängig nach Recht und Gesetz entscheiden wird."

Brisant: Reiter ist auch Mitglied der "FIFA agents working group", also einem Expertenrat, den der Weltverband speziell mit Blick auf die Umsetzung der neuen Regularien zur Konsultation eingesetzt hat. Gegen die neuen Regeln mit Provisionsobergrenzen und der Einschränkung von Mehrparteienvertretung waren weltweit Agenturen Sturm gelaufen.

Während der Internationale Sportgerichtshof CAS die FIFA bestätigte, hat das Landgericht (LG) Dortmund eine einstweilige Verfügung gegen die FFAR erlassen. Das ebenfalls mit der Sache befasste LG Mainz hat die Sache an den EuGH in Luxemburg verwiesen.

Experte Reiter nicht überrascht

Dort ist nun eben der 50-seitige Schriftsatz der vier Bevollmächtigten der Kommission eingegangen, in dem es unter anderem heißt: Der vom LG Dortmund gewählte Begriff des "Hardcore-Kartells", das die FIFA mit den Regeln errichte, "erscheint - ohne dass dem Begriff insoweit ein zusätzlicher Erkenntniswert in rechtlicher Hinsicht zukäme - dagegen angesichts der auch legitimen Zielsetzungen (dazu unten) als überzeichnet".

Der Inhalt des Schriftsatzes ist laut Reiter wenig überraschend: "Es ist bekannt, dass die EU-Kommission diese Positionen vertritt. Dass sie das nun auf das FFAR bezogen haben, ist neu." Nun ist der EuGH am Zug, der neben den Beraterregeln aktuell mit einem weiteren prominenten Sachverhalt aus dem Profifußball betraut ist: der Super-League-Thematik.

Benni Hofmann

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