Champions League

Ex-Sportdirektor vor Bayern-Spiel: "Lokomotive Moskau hat keine Chance"

Auch das Wetter lässt Moskau im Stich

Ex-Sportdirektor vor Duell mit Bayern: "Lok hat keine Chance"

Chaos bei "Loko": Ex-Sportdirektor Erik Stoffelshaus (r.) und Ex-Präsident Ilja Gerkus.

Chaos bei "Loko": Ex-Sportdirektor Erik Stoffelshaus (r.) und Ex-Präsident Ilja Gerkus. imago images

Vedran Corluka wurde 2018 nach 103 Länderspielen für Kroatien Vizeweltmeister, zu beneiden ist der 34-Jährige aber trotzdem nicht. Zumindest nicht am Dienstagabend (18.55 Uhr, LIVE! bei kicker), wenn der Kapitän von Lokomotive Moskau vor der Aufgabe steht, einen Robert Lewandowski zu stoppen, der immer besser wird.

Selbst Atletico bekam vier Tore

Der Pole hat in den ersten fünf Bundesliga-Spielen zehn Tore erzielt, noch mal eines mehr als in der Vorsaison - und damit steht Lewandowski wohl nur sinnbildlich für die gesamte Münchner Mannschaft, die trotz des überzeugenden Triples im zurückliegenden Sommer immer noch nicht genug hat. Das musste zuletzt auch Atletico Madrid erfahren.

Lok, der Ex-Klub von Benedikt Höwedes, war zum Auftakt in diese CL-Saison bei RB Salzburg in Führung gegangen - und hatte nach zwei Gegentreffern immerhin noch den Ausgleich erzielt. Corluka ist ein routinierter Innenverteidiger, im Sturm geht neben Fedor Smolov mit dem Portugiesen Eder ein Mann auf Torejagd, der im EM-Finale 2016 bereits einen Favoriten stürzte. Aber diese Bayern?

Lok hat die Bayern schon geschlagen

1995 hatten die Russen den FCB in der ersten Runde des UEFA-Pokals mal mit 1:0 geschlagen, waren im Rückspiel allerdings mit 0:5 unter die Räder gekommen. Letzteres Ergebnis wirkt 2020 wahrscheinlicher, wenn man den Worten von Loks ehemaligem Sportdirektor Erik Stoffelshaus gegenüber dem kicker Glauben schenken mag.

"Der Punkt gegen Salzburg war höchst glücklich", findet der Deutsche, "gegen Bayern in Topform wird Loko keine Chance haben. Ich glaube nicht, dass es Chancen auf Platz drei gibt." Der Rang hinter Bayern und möglicherweise Atletico würde Moskau, das die CL-Gruppenphase letztmals 2003 und 2004 überstand, zumindest die Herabstufung in die Europa League ermöglichen.

Umbruch aufgeschoben - "keine Idee im Spiel nach vorn"

Nach den Abgängen von Höwedes (Karriereende), Jefferson Farfan (Vertragsende), Aleksey Miranchuk (Atalanta Bergamo) und der Trainerlegende Yuri Semin (Vertragsende) steht bei Lokomotive eigentlich ein Umbruch an. Dieser hätte laut Stoffelshaus "längst vollzogen sein müssen, aber man schiebt das seltsamerweise vor sich her. Die jetzigen Spieler waren fast alle schon zu meiner Zeit da."

Als ich das merkte, bin ich schnell zurückgetreten.

Erik Stoffelshaus über die Machenschaften in Moskau

Diese Zeit endete im Dezember 2018, als die staatliche Eisenbahn, der der Verein gehört, diverse seltsame Entscheidungen traf. Der ehemalige Journalist Vasiliy Kiknadze wurde zum Generaldirektor berufen, Präsident Ilja Gerkus abgesägt. "Als ich das merkte, bin ich schnell zurückgetreten", sagt Stoffelshaus, der die Mannschaft von Neu-Trainer Marko Nikolic nun von außen bewertet.

"Loko hat keine Idee im Spiel nach vorne, ich sehe aktuell niemanden, der Bayern fußballerisch wehtun könnte. Und das Wetter spielt wohl auch nicht mit - noch ist es in Moskau nicht so bitterkalt."

nba/gru

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