3. Liga

Kommentar zur Investorensuche beim 1. FC Kaiserslautern

Kommentar zur Investorensuche beim 1. FC Kaiserslautern

Etappenziel erreicht - Chance verpasst

Auf dem Betzenberg darf gehofft werden

Hier soll es auch in Zukunft Profifußball geben: Auf dem Betzenberg darf gehofft werden. picture alliance

Mit Spannung war das Votum des Gläubigerausschusses am Mittwoch erwartet worden, das als wegweisend für die nahe Zukunft des FCK gilt. Am Ende fiel die Wahl auf das Angebot einer regionalen Investorengruppe, die das Konzept des Zusammenschlusses um den in Dubai lebenden deutschen Geschäftsmann Horst Peter Petersen ausstach. Da sich schon während des Auswahlprozesses, der offiziell hinter verschlossenen Türen stattfand, jedoch immer wieder durch bewusste Indiskretionen gestört wurde, eine tiefe Spaltung durch die Gremien abgezeichnet hatte, stehen dem FCK weitere turbulente Tage bevor. Denn die Gräben lassen sich nicht so einfach zuschütten.

Auch unter diesem Gesichtspunkt wurde die Frage, ob sich beide Angebote zum Wohle des Vereins nicht kombinieren lassen, viel zu sehr vernachlässigt. Es wäre der Königsweg gewesen, um die zerstrittenen Lager, in die sich längst auch das Umfeld einteilen lässt, zu einen - in dieser Frage wären auch die potentiellen Investoren gefragt gewesen. Den schwelenden Konflikt versuchten die Protagonisten zwar mit Beteuerungen zu ersticken, dass jeder den Profifußball auf dem Betzenberg erhalten wolle. Gerade unter dieser Devise hätte ein gemeinsames Vorgehen, ein Bündeln der wenigen vorhanden wirtschaftlichen Kräfte, noch glaubwürdiger gewirkt.

Die Lage bleibt gefährlich und verträgt wenige Störfeuer

So hat der FCK nach dem im Juni gestellten Antrag auf Insolvenzverfahren zwar ein wichtiges Etappenziel erreicht. Die Lage bleibt jedoch gefährlich und verträgt wenige Störfeuer. Diese kamen allerdings schon kurz nach der Bekanntgabe des Beschlusses wieder auf. Jörg Wilhelm, Vorsitzender des Aufsichtsrates, kündigte via Twitter "Klartext mit der Wahrheit" an. Er habe "innerhalb einer Stunde noch nie so viele Lügen" gehört.

Für die Befürworter des Dubai-Angebots gibt es nun drei Möglichkeiten: Die "Niederlage" zu akzeptieren und gemeinsam mit den anderen Entscheidungsträgern den Beschluss mitzutragen, der Rücktritt oder die schweren Vorwürfe mit stichhaltigen Beweisen zu untermauen. Denn Signalwirkung kann von der abgeschlossenen Investorensuche nur dann ausgehen, wenn jetzt alle Beteiligten die so oft beteuerte Chance konstruktiv und gemeinsam ergreifen - so wie es in erfolgreichen Zeiten die größte Stärke der Roten Teufel war.