DFB-Pokal

Rot-Weiss Essen feiert nach Pokal-Sensation gegen Leverkusen

Der RWE-Stürmer erzielte ein Tor und eine Vorlage

Essens Siegtorschütze Engelmann: "…und dann hat es geklingelt"

"Wenn mir ein Ball vor den Fuß fällt, mache ich ihn rein": Stürmer Simon Engelmann.

"Wenn mir ein Ball vor den Fuß fällt, mache ich ihn rein": Stürmer Simon Engelmann. imago images

Nach 106 Minuten war die Partie von Rot-Weiss Essen gegen Bayer Leverkusen im Achtelfinale des DFB-Pokals eigentlich vorbei. Der große Favorit war da gerade in Führung gegangen, der Underdog aus der Regionalliga schien erledigt. Wie sollte RWE das noch drehen? "Nach dem Tor hat jeder gedacht: Jetzt geht das Ding in die falsche Richtung", gab auch Essens Stürmer Simon Engelmann zu. Zu übermächtig schien der Bundesligist, der allein viermal an den Posten geschossen hatte.

Knapp zwanzig Minuten später stand dann der Viertligist in der nächsten Runde und rund um das Stadion an der Hafenstraße brach mal wieder Volksfeststimmung aus. 2:1 nach Verlängerung, Essen im Viertelfinale. "Das ist schon Wahnsinn", sagte Engelmann, aber: "Ich habe immer dran geglaubt: Wenn mir ein Ball vor den Fuß fällt, mache ich ihn rein. Ich hatte wenige Aktionen, weil wir viel verteidigt haben. Dann war der Ball vor den Füßen und es hat geklingelt."

Großen Polizei-Aufgebot stand bereit

Die meisten Fans feierten danach im Autokorso

Die meisten Fans feierten danach im Autokorso. Getty Images

Dass sich - anders als nach dem vorherigen Pokalerfolg eine Runde zuvor gegen Fortuna Düsseldorf - keine RWE-Fans am Stadion versammelten, lag am großen Polizei-Aufgebot. Fast vorausschauend prophetisch hatten die Einsatzkräfte das Stadion im Vorhinein abgeriegelt, die Feierlichkeiten, Feuerwerk und Autokorsos verlagerten sich auf die umliegenden Straßenzüge. Etwas Dampf ließen auch die Fußballer ab. "Heute Nacht werde ich wohl nicht viel schlafen", kündigte Engelmann an, danach wurde in der Kabine mächtig gefeiert.

Die inzwischen dritte Essener Pokal-Sensation in dieser Saison reihte sich nahtlos in eine geradezu traumhafte Saison ein. 26 Pflichtspiele ohne Niederlage überstand das Team von Trainer Christian Neidhart inzwischen und ist damit noch ungeschlagen in der Spielzeit 2020/21. Nun bezwang sein Team mit Leverkusen und Bielefeld zwei Bundesligisten und mit Fortuna Düsseldorf einen Zweitligisten. "Das ist Stolz pur", schwärmte Neidhart. "Wenn du noch zweimal gegen Leverkusen spielst bekommst du vermutlich die Hucke voll. Aber solche Tage brauchst du als Fußballer, so macht das Spaß."

RWE hofft auf schlagbaren Zweitligisten

In der nächsten Runde wünscht sich nicht nur Torgigant Engelmann, der nun auf 23 Tore in 25 Spielen kommt, einen einfacheren Gegner. Wegen der Corona-Pandemie sind Zuschauereinnahmen kein Faktor mehr, wichtiger ist das Weiterkommen. "Vielleicht bleibt ja noch ein schlagbarer Zweitligist für uns übrig", unkte RWE-Vorstandsboss Marcus Uhlig.

Am Samstag spielt seine Mannschaft erneut zu Hause, im Spitzenspiel gegen Dortmund II. Dann geht es um die Tabellenführung und vielleicht einen kleinen Fingerzeig im Rennen um den heiß ersehnten Aufstieg. Trotz Pokal-Coup eine Aufgabe, die Neidhart ernst nimmt. "Es wird schwieriger gegen Dortmund das Spiel zu machen", sagte der Trainer, das sei im Leverkusen-Spiel einfacher gewesen: "Hier kannst du ja nur gewinnen."

Jim Decker

Bilder zur Partie Rot-Weiss Essen - Bayer 04 Leverkusen