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eSport-Zukunft auf Schalke weiterhin geplant

"Einen Komplettausstieg haben wir nie wirklich diskutiert"

eSport-Zukunft auf Schalke weiterhin geplant

Chief Gaming Officer Tim Reichert stellt eine eSport-Zukunft beim FC Schalke 04 in Aussicht.

Chief Gaming Officer Tim Reichert stellt eine eSport-Zukunft beim FC Schalke 04 in Aussicht. FC Schalke 04 Esports

Rund eine Stunde vor dem Anpfiff des EM-Achtelfinals zwischen Deutschland und England hatte der FC Schalke 04 die finale Entscheidung zum Verkauf seines Platzes in der League of Legends-Liga LEC an Team BDS verkündet. Ob genau dieser Zeitpunkt aus strategischer Sicht gewählt wurde, ist nicht bekannt. Klar ist hingegen, dass der Verein im Zuge der Corona-Pandemie und des Bundesliga-Abstiegs immer weiter in finanzielle Schieflage geraten ist. Die 26,5 Millionen Euro aus dem Slot-Verkauf sollen für ein wenig Ausgleich sorgen.

Neben großem Bedauern schwang in den Statements - insbesondere in den Video-Erklärungen von Esports-Geschäftsführer Dr. Claudio Kasper und Chief Gaming Officer Tim Reichert - auch eine Prise Optimismus und Kampfgeist mit. Die Quintessenz: Der LEC-Slot ist veräußert, der eSport soll auf Schalke jedoch Zukunft haben. "Einen Komplettausstieg haben wir eigentlich nie wirklich diskutiert", stellt Reichert klar, obgleich "man natürlich auch diese Option auf den Tisch bringen musste, um sich alles angeschaut zu haben."

Reichert ist sich "relativ sicher"

Gesichert ist das Festhalten am Engagement in den Bereichen FIFA, PES oder auch in der Prime League von League of Legends noch nicht. "Trotzdem gehe ich jetzt davon aus - und bin relativ sicher -, dass der Verein das Thema eSport weiter vorantreiben und betreiben wird", meint Reichert, der das LEC-Kapitel von S04 trotz des besiegelten Ausstiegs als "Erfolgsgeschichte von Tag eins bis heute" bezeichnet. Der CGO geht sogar noch einen Schritt weiter und betont die Vorreiterrolle der Königsblauen: "Ich glaube, dass es ein Musterbeispiel dafür war, wie man als Sportverein ein neues Geschäftsfeld erschließen kann."

Dass Reichert der eSport-Zukunft in Gelsenkirchen optimistisch entgegenblickt, bedeutet allerdings nicht, dass ihm die bevorstehenden Veränderungen im Ökosystem nicht bewusst sind: "Wir wissen alle, dass das schon ein signifikanter Einschnitt ins Volumen und die Größenordnung des Themas eSport ist." Der Fokus dürfte sich verschieben, alles werde "etwas weniger international, stattdessen etwas nationaler". Kleinere Brötchen im Sinne der Konsolidierung zu backen, könnte das eSport-Engagement der Schalker retten - obgleich immer noch offene Fragen bestehen. "Die finalen Entscheidungen sind hier noch nicht getroffen", sagt Reichert. "In den nächsten Wochen und Monaten wird entschieden, wie es 2022 dann aussieht."

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Niklas Aßfalg