Bundesliga

Bielefeld vor dem Kellerduell: Kramers Respekt vor Fürth

Bielefeld geht als Favorit ins Kellerduell

"Es wird ein heißer Tanz": Kramers Respekt vor Fürth

Hält den Ball vor dem Duell mit seinem Ex-Klub flach: Frank Kramer.

Hält den Ball vor dem Duell mit seinem Ex-Klub flach: Frank Kramer. imago images/Jan Huebner

Wenn ein Auswärtsspiel beim Rekordmeister in München häufig vom Gegner als "leichtestes Spiel der Saison" tituliert wird, dann steht den Bielefeldern an diesem Sonntag das schwerste bevor: Daheim gegen das abgeschlagene Schlusslicht Greuther Fürth müssen die Ostwestfalen drei in der Kalkulation fest verbuchte Punkte auch tatsächlich einfahren.

Als Favorit in ein Spiel zu gehen - das kommt für Arminia in der Bundesliga nicht allzu oft vor. "Es ist anders, aber es ist ein Bundesligaspiel", sagt Trainer Frank Kramer, der sein Team nicht in einer außergewöhnlichen Situation sieht, jedoch wie alle anderen das ultimative Abstiegsduell nicht als Selbstgänger sieht. "Wir wollen den nächsten Schritt gehen und ein gutes Spiel liefern. Wir konzentrieren uns darauf, eine gute Leistung zu bringen. Das erhöht unsere Chancen. Aber wir müssen uns darauf einstellen, dass das ein richtiger Kampf wird. Die Fürther haben sich ebenfalls stabilisiert, es wird ein heißer Tanz."

Wenn wir uns in der Kabine darauf einschwören, dass wir von der ersten Minute an da sein wollen, dann sollten wir das auch zeigen.

Frank Kramer

Den Auftaktschritt, um im Bild zu bleiben, haben die Bielefelder zuletzt beim 2:2 in Freiburg gleich zweimal verpatzt, als sie jeweils zu Beginn der Halbzeiten ein Tor schlucken mussten. "Wir wollen nicht, dass das einreißt", so Kramer, der den Sachverhalt entsprechend mit seinen Spielern thematisiert hat. Tenor: "Wenn wir uns in der Kabine darauf einschwören, dass wir von der ersten Minute an da sein wollen, dann sollten wir das auch zeigen. Das geht los beim eigenen Anspiel, geht weiter bei den ersten Zweikämpfen bis hin zur Passschärfe. In allen Bereichen müssen wir einfach von Anfang an da sein, wir sollten in der Bundesliga zu keiner Sekunde eine Auszeit nehmen, auch nicht am Anfang der Halbzeiten."

Und natürlich auch insgesamt nicht gegen Fürth. "Sie sind defensiv kompakter geworden, das haben sie hinbekommen", schätzt Kramer das gefestigtere Auftreten der Mannschaft seines Ex-Klubs. "Sie haben dazu in der Offensive bewegliche Spieler, wir müssen konsequent unseren Plan verfolgen, sehr klar spielen und trotzdem geduldig bleiben." Man dürfe sich zudem trotz der klaren Vorzeichen nicht hetzen lassen, betont der 49-Jährige. "Wann immer sich die Möglichkeit ergibt, muss man aber dann mit der nötigen Dynamik zum Tor gehen. Das ist gegen sie schwieriger geworden, weil sie inzwischen mit sieben Spielern hinter dem Ball stehen und ihr Tor verteidigen."

Dass ein Bielefelder Sieg wohl die Hoffnungen der Franken, das Tabellenende noch verlassen zu können, endgültig zunichtemachen würde, spielte für den ehemaligen Spieler und Trainer des Kleeblatt-Klubs beim Blick in die Zukunft keine Rolle. Kramer: "Wir achten darauf, wie wir inhaltlich gegen Fürth spielen müssen. Danach können wir uns dann gerne über die andere Thematik unterhalten. Jetzt gilt der ganze Fokus unserer Herangehensweise."

Michael Richter

König Modeste und ein überraschendes Ungeheuer: So kopfballstark sind die 18 Bundesligisten