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"Es ist der einfachste Weg, deutscher Meister zu werden"

Ein Argument für den eSport

"Es ist der einfachste Weg, deutscher Meister zu werden"

In der Virtual Bundesliga ist die Meisterschale des Einzel- und Team-Wettbewerbs hart umkämpft.

In der Virtual Bundesliga ist die Meisterschale des Einzel- und Team-Wettbewerbs hart umkämpft. eSport Studio

Wer gewinnt im kommenden Jahr die Bundesliga? Ein Großteil der Fans würde die Frage wohl mit "der FC Bayern München" beantworten. Die Dominanz des Rekordmeisters seit 2012/2013 - neun Ligatitel in Serie - ist erschreckend, macht den Wettbewerb vorhersehbar und raubt Spannung. Zu groß sind die Budget- und Qualitätsunterschiede innerhalb Deutschlands höchster Spielklasse. Davon kann im eFootball nicht die Rede sein.

Überraschungen an der Tagesordnung

Der aktuelle deutsche VBL Club Championship-Meister heißt 1. FC Heidenheim, ein Zweitligist. Entsprechend gering hätten die Chancen des Vereins sein sollen, eine offizielle deutsche Meisterschaft zu gewinnen - gäbe es die Virtual Bundesliga nicht. Im offiziellen Wettbewerb der DFL ist das spielerische Niveau der Mannschaften nah beieinander, viele dürfen sich Titel-Hoffnungen machen. Auch ein eFootball-Debütant wie der 1. FC Heidenheim. In einer unglücklichen Saison kann sogar ein zweifacher Champion ins untere Tabellendrittel fallen, wie der SV Werder Bremen schmerzlich erfahren musste. Auch der amtierende deutsche Meister im Einzel, Yannick 'Yannic0109' Bederke vom FC Augsburg, galt vor seinem Sieg nicht als Favorit. Er zeigte: Im eSport sind Überraschungen und kleine Märchengeschichten weiterhin möglich.

Warum also als Bundesliga-Verein in eSport investieren? "Es ist der einfachste Weg, deutscher Meister zu werden", argumentierte Lukas Hennig im kicker eSport Talk. Schneller würde man keine offizielle deutsche Meisterschaft gewinnen, so der Trainer und FIFA-Spieler von Eintracht Braunschweig. Deswegen hofft er, dass eSport-Abteilungen ein höheres Gewicht innerhalb der Vereine bekommen.

Sorgen beim BFV

In eine ähnliche Kerbe schlug Matthias Katerna vom Bayerischen Fußball-Verband (BFV) mit seinen Worten beim kicker eSport Talk: "Man muss langsam im Verein verstehen, auf diesen Zug aufzuspringen, bevor es zu spät ist." Die Konkurrenz könne bald schon zu weit voraus sein. Katerna sorgt zudem, dass einige Klubs ihr Engagement zurückfahren. Das birgt das Risiko, dass zukünftig auch im eFootball einige wenige Top-Vereine die Meisterschaft unter sich ausmachen, während der Rest nur zuschauen kann. Dann ist eine Bayern-Situation auch nicht mehr allzu weit entfernt.

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Christian Mittweg