Bundesliga

Es gibt nur einen Rudi Völler? Quatsch!

Ein Liebling der Branche zieht sich zurück

Es gibt nur einen Rudi Völler? Quatsch!

Sagt zum zweiten Mal und endgültig "Ciao": Rudi Völler.

Sagt zum zweiten Mal und endgültig "Ciao": Rudi Völler. IMAGO/Martin Hoffmann

Es gibt Rudi Völler, den Ex-Profi, Weltmeister und Champions-League-Sieger. Es gibt den ehemaligen Sportdirektor und Geschäftsführer von Bayer Leverkusen. Es gibt den Kurzzeit-Trainer der AS Roma und den Teamchef, der mit der deutschen Nationalmannschaft das WM-Finale 2002 erreichte. Es gibt "Rudi Riese", "Rudi Wüterich", "Rudi Nazionale", es gibt "Ruuuudi" wie es "Uuuuwe" gab und es gibt Rudi Völler, den väterlichen Freund der Spieler. Es gibt die Legende Völler und das Idol. Den Vater und Ehemann.

Ein Gassenhauer, den er nicht mehr hören konnte

Wir lernen: Es gibt jede Menge Rudi Völlers, längst nicht nur den einen, der einst so vehement besungen wurde, bis er es nicht mehr hören konnte und darum bat, bei Veranstaltungen, an denen er teilnahm, diesen Song auf den Index zu setzen.

In diesem November werden es 45 Jahre sein, seit der schlaksige Angreifer, gebürtig aus dem hessischen Hanau, erstmals für die Offenbacher Kickers auf Torejagd ging. Profi mit 17 - der Weg war vorgezeichnet und er ging ihn konsequent. Aus dem Einzelhandelskaufmann wurde ein Stürmer von Weltklasseformat, aus dem schüchternen Bub ein Weltmann, der erkannt und verehrt wird, egal, wo er hinkommt.

Spuckattacke und Weißbier-Ausraster als Evergreens

Angesprochen wird er dabei meist auf Frank Rijkaards Spuckattacke beim WM-Achtelfinale 1990 (international) und (national) auf seinen legendären Weißbier-Ausraster in Richtung Waldi Hartmann.

Ich habe mich auf die wichtigen Titel konzentriert.

Rudi Völler

Doch Rudi auf diese beiden Ereignisse zu reduzieren, wäre unfair. Zu lang ist die Liste seiner Erfolge und dass er keinen nationale Meisterschaft mit seinen Klubs holte, kann er verschmerzen: "Ich habe mich auf die wichtigen Titel konzentriert", lacht er dann, der Weltmeister von 1990 und Champions-League-Gewinner mit Olympique Marseille von 1993.

Rudi Völler: 15 seiner besten Sprüche

Als das Abenteuer Leverkusen 1994 begann, geschah dies, weil die Völlers zurück wollten nach Deutschland, irgendwann später dann nach Rom, in die Wahlheimat, die gleichzeitig Geburtstort seine Frau Sabrina ist. Das fiel flach.

Zwei Saisons spielte er für Bayer, erzielte als Mittdreißiger noch 26 Tore in 62 Bundesligaspielen und diese Verpflichtung kann getrost als eine der Glanzleistungen von Reiner Calmund angesehen werden. Als es das Wort "Nachhaltigkeit" im deutschen Sprachgebrauch noch nicht gab, überredete Calmund Völler und dessen Frau zum Verbleib in Leverkusen.

Große Spiele mit Rudi Völler

Calmunds Großtat und ein zweites "Ciao"

Eine Großtat des damaligen Managers, der mit vielen Weggefährten am Samstag im gediegenen Bayer-Kasino Rudis Rente feiern wird. Unter dem Motto "Ciao Rudi" fand 1996 am gleichen Ort die Party zum Rudis Abschied vom aktiven Profifußball statt.

Viele Gäste werden kommen, die auch damals da waren. An der Tatsache, dass nicht mehr so viele von ihnen bis zum Frühstück durchmachen, wird man erkennen, wie alt man geworden ist und dass es Zeit wird, das Leben auch mal ohne Stress zu genießen. Das hat Rudi Völler vor.

Verdient hat er es allemal.

Frank Lußem