3. Liga

Erträge und Fehlbeträge der Drittligisten auf Rekordniveau

13 Klubs mit negativem Ergebnis - Positive Zuschauerentwicklung

Erträge und Fehlbeträge der Drittligisten auf Rekordniveau

Die 3. Liga legte ihren Saisonreport 2019/20 vor: Dieser beinhaltet positive wie negative Aspekte.

Die 3. Liga legte ihren Saisonreport 2019/20 vor: Dieser beinhaltet positive wie negative Aspekte. picture alliance

Das geht aus dem Saisonreport 2019/20 hervor, den der DFB an diesem Donnerstagvormittag veröffentlicht hat. Die Erträge jedenfalls entwickelten sich nach oben mit im Schnitt 10,8 Millionen Euro - Rekord (2018/19: 10,4 Mio.). Das liegt vor allem an einem Anstieg der Sponsoringerlöse um durchschnittlich 600.000 Euro sowie der Transfererlöse um 200.000 Euro und kommt angesichts erwarteter Mindereinnahmen durch die Geisterspiele und an Zuschauer gekoppelte Sponsoringposten durchaus überraschend. Aus den wirtschaftlichen Betrachtungen ist der FC Bayern II als "Reservemannschaft" herausgerechnet.

Aufwendungen erstmals über 12 Millionen Euro pro Klub

Allerdings: Auch die Aufwendungen bewegen sich auf Rekordniveau, liegen erstmals über 12 Millionen Euro pro Klub (12,4 Mio.). Im Vorjahr waren es noch 11,7 Millionen Euro, 2017/18 gar "nur" 8,8. Größter Faktor: Das "Personal Spielbetrieb", das erstmals die Vier-Millionen-Euro-Marke knackte. Dass sich dieser Posten seit 2017/18 (3,3 Mio.) sprunghaft nach oben entwickelt hat - über 4,0 (2018/19) hin zu 4,2 Mio. Euro - lässt den Schluss zu, dass sich die Klubs in einen härteren Wettbewerb um die besten Profis begeben und gezwungen, zumindest aber bereit sind, kräftig zu investieren. Begünstigt mutmaßlich auch durch Hasardeure wie den umstrittenen und scheidenden KFC-Investor Mikhail Ponomarev.

13 Klubs weisen negatives Ergebnis aus

Insofern kommt es wenig überraschend, dass wie schon in den beiden Spielzeiten zuvor 13 Klubs ein negatives Ergebnis ausweisen, im Schnitt liegt der Fehlbetrag bei 1,61 Millionen Euro - einsame Spitze in der kurzen Historie der 3. Liga. Auch das Ergebnis vor Steuern ist mit einem Minus von 0,56 Millionen Euro rot unterlegt.

Gestiegenes Zuschauerinteresse - Viertbester Wert trotz Geisterspielen

Positiv dagegen ist die Zuschauerentwicklung. 8699 Fans kamen bis zur Unterbrechung pro Partie - das liegt über der Bestmarke von 8138 (2018/19). Umgelegt auf alle 38 Spieltage liegt der Schnitt trotz 110 Geisterspielen bei 6181 Zuschauern, das ist der viertbeste Wert seit Gründung der 3. Liga 2008. Zudem überstieg die durchschnittliche Bilanzsumme erstmals die 10-Millionen-Euro-Marke, sie lag zum Stichtag 31. Dezember 2019 bei 10,6 Millionen Euro. Zudem bestätigte sich der Trend hin zu einer positiven Eigenkapitalsituation. Wie in der Vorsaison 2018/19 wiesen nur sieben Klubs ein negatives Eigenkapital aus. Bis 2017/18 schwankte dieser Wert zwischen 9 und 13 Vereinen. Der durchschnittliche Eigenkapitalwert ist sogar erstmals positiv (1,15 Mio.). Das gibt einigen der 20 Klubs zumindest ein wenig Fleisch, von dem sie in der existenziellen Corona-Krise zehren können.

DFB-Vertreter Manuel Hartmann spricht mit Blick auf den Spielbetrieb beim KFC Uerdingen von positiven Signalen

Aktuell hat "etwa die Hälfte der Vereine eine unterjährige Liquiditätslücke zu schließen", erklärte DFB-Vertreter Manuel Hartmann bei einer Medienrunde zur Vorstellung des Reports. Stichtag der Nachweiserbringung für die Liquidität ist der 21. Januar. Ein Großteil habe dies bereits getan, so Hartmann, die Anzahl sei nicht ganz ungewöhnlich. Konkrete Nachfragen etwa zum KFC Uerdingen blieben offen, Hartmann sprach aber mit Blick auf den Spielbetrieb in Krefeld von positiven Signalen.

Im Grundsatz aber musste Hartmann für die aktuell laufende Saison mit Blick auf die sportlichen Etats konstatieren, dass "der Trend noch nicht ganz angekommen" sei. Sprich: Bei den Personalkosten ist offenbar auch 2020/21 eine weitere Steigerung zu erwarten.

Benni Hofmann

Alle Drittliga-Wintertransfers 2020/21