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Rudern: Deutschland-Achter verpasst WM-Finale

Zeidler in Tschechien auf Medaillenkurs

Erstmals seit 23 Jahren: Deutschland-Achter verpasst WM-Finale

Wie schon bei der EM in Oberschleißheim: der Deutschland-Achter geschlagen im Ziel.

Wie schon bei der EM in Oberschleißheim: der Deutschland-Achter geschlagen im Ziel. IMAGO/Oryk HAIST

Das durch einen Coronafall geschwächte Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes musste sich auf der Regattastrecke von Racice (Tschechien) am Freitag im Hoffnungslauf mit Rang drei hinter den Niederlanden und den USA begnügen. Der Abstand zu den beiden führenden Teams betrug im Ziel zwei Bootslängen. Damit findet das Achter-Finale einer internationalen Top-Regatta erstmals seit den Olympischen Spielen 2008 von Peking ohne deutsche Beteiligung statt. Im B-Finale am Sonntag (12.44 Uhr) geht es nur noch um die Endplatzierung.

Garth fehlt wegen Corona

Der Achter erwischte im Halbfinale einen ordentlichen Start, nach 500 Metern verlor das deutsche Großboot aber zunehmend den Anschluss an die Konkurrenz. Im Ziel betrug der Rückstand auf die Niederlande über sieben Sekunden. Kurz vor dem Rennen hatte es dazu einen Coronafall im Team gegeben. Max John aus dem Vierer ohne Steuermann ersetzte den am Mittwoch positiv getesteten Julian Garth.

Leider haben wir im Moment zu wenig PS an Bord.

Steuermann Jonas Wiesen

"Es ist leider bittere Realität. Das ist das, wo wir momentan stehen und was wir abrufen können", sagte Schlagmann Torben Johannesen: "Nach dem Jahr haben wir ordentlich etwas aufzuholen und müssen im Winter enger zusammenrücken." Steuermann Jonas Wiesen betonte, "die junge Truppe" habe alles versucht, "aber leider haben wir im Moment zu wenig PS an Bord."

Seltener Lichtblick Zeidler

Anders als der Achter bescherte Oliver Zeidler der DRV-Flotte einen seltenen WM-Lichtblick. Mit einem souveränen Halbfinal-Sieg über Graeme Thomas (Großbritannien) und Jordan Parry (Neuseeland) untermauerte der Weltmeister von 2019 aus München seinen Anspruch auf eine Medaille.

Dagegen ist der Traum von einem Podestplatz für Alexandra Föster zu Ende. Die EM-Dritte aus Meschede verpasste trotz eines beherzten Schlussspurts als Vierte knapp den Endlauf.

Dem DRV droht nach der Heim-EM in München mit nur einer Medaille die nächste Enttäuschung. In Tschechien ist die deutsche Flotte in acht der 14 olympischen Klassen am Start, neben Zeidler qualifizierten sich nur Pia Greiten und Frauke Hundeling im Zweier durch Platz drei für den Endlauf.

Erste Medaillen in nichtolympischen Klassen

Der leichte Männer-Doppelvierer und der leichte Zweier ohne Steuerfrau haben dem DRV später am Freitag die ersten WM-Medaillen in den nichtolympischen Bootsklassen beschert. Das Frauen-Duo gewann im Finale der Titelkämpfe von Racice (Tschechien) am Freitag hinter Italien und den USA Bronze. Die Männer-Crew belegte ebenfalls den dritten Platz und musste sich dem Zweiten aus China mit 2/10-Sekunden Abstand nur knapp geschlagen geben. Einen weitere Bronzemedaille gab es für Paul Umbach (Nürtingen) im Para-Einer PR2.

aho, dpa, sid

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