DFB-ePokal

DFB-ePokal: RB Leipzig holt den Titel und ist Double-Sieger

Elfmeter-Thriller im Finale gegen Paderborn

Erstes Double: RB Leipzig krönt sich zum DFB-ePokalsieger

Die RBLZ aus Leipzig haben sich den DFB-ePokal gesichert.

Die RBLZ aus Leipzig haben sich den DFB-ePokal gesichert. DFB

RB Leipzig ist nicht nur auf dem realen Rasen amtierender Pokalsieger, sondern auch auf dem virtuellen Grün. Die Sachsen setzten sich im Endspiel des DFB-ePokal gegen den SC Paderborn durch. Somit sind sie nach dem Meistertitel in der VBL Club Championship der erste deutsche Double-Sieger im FIFA-eSport. Über die Trophäe hinaus strichen die RBLZ ein Preisgeld in Höhe von 40.000 Euro ein. 

Finale: 'RBLZ_Gaucho' legt für RB vor

Das Finale bedeutete auch die Wiederauflage des Achtelfinals im VBL Grand Final zwischen Jonas 'Jonny' Wirth und Umut 'RBLZ_Umut' Gültekin - damals war der Paderborner siegreich. Doch bevor es in diese Partie ging, legten Richard 'RBLZ_Gaucho' Hormes und Yannik 'WildStyler' Büscher vor. Apropos vorlegen: Das gelang Hormes. Er traf früh zum 1:0, hatte aber Glück, nicht postwendend den Ausgleich zu kassieren. Büscher lief frei auf den herausstürmenden Leipziger Torhüter zu, der letztlich parieren konnte.

'RBLZ_Gaucho' war überlegen, hatte viele Torraumszenen - einzig ein zweites Tor verpasste er lange. Das ließ Hoffnung für Büscher aufkommen, doch auch in der zweiten Halbzeit kam der Paderborner nicht in die Partie. Das 2:0 des Leipzigers lag stattdessen in der Luft, fallen sollte es in den Schlussminuten.

'WildStyler' schickte bei einem Konter der Leipziger seinen Keeper aus dem Tor. Dieser orientierte sich jedoch nicht in Richtung des ballführenden Spielers, der auf der rechten Außenbahn lief, sondern einfach geradeaus. Logische Schlussfolgerung: Das Tor war leer, der Ball war drin. Überfälliges 2:0 in einer recht einseitigen Partie. "Ich wollte dominant auftreten, das ist mir gelungen", bilanzierte Hormes.

'Jonny' nervt 'RBLZ_Umut' und gleicht aus

"Jetzt liegt es an Umut", fasste 'RBLZ_Gaucho' die Ausgangslage treffend zusammen. Einen Sieg war RB Leipzig nur noch vom ePokal-Triumph entfernt. Die Partie zwischen Gültekin und 'Jonny' hatte Brisanz - aufgrund der Tragweite dieser Begegnung umso mehr. Wie sein Teampartner begann auch der FIFA-Weltmeister druckvoll, hatte nach wenigen Augenblicken schon das 1:0 auf dem Fuß. Der Paderborner Torhüter reagierte allerdings überragend.

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Wirth kam mit der Zeit besser mit seinem Gegner zurecht. Das Niveau war gegen Ende der ersten Hälfte sehr hoch, Torchancen blieben aber Mangelware. Aufgestockt wurde dieses Angebot auch im zweiten Durchgang erst mal nicht. Beide kombinierten zwar durchaus gefällig bis zum Sechzehner - der letzte Pass landete jedoch meist beim Kontrahenten. Die beste Gelegenheit hatte 'RBLZ_Umut', der 17 Ingame-Minuten vor Schluss aus spitzem Winkel die Latte traf. 

Wenig später war der Bann gebrochen. Doch es war nicht der RB-Profi, der traf, sondern Wirth. Der 17-Jährige umkurvte nach einem Konter den Leipziger Keeper und schob ins leere Tor ein. Der Spielverlauf war damit ein wenig auf den Kopf gestellt. 'RBLZ_Umut' machte in der Folge auf - wie gemalt für 'Jonny'. Der konterte erneut und köpfte zur 2:0-Entscheidung ein.

Gültekin verpasste die Revanche, was ihn sichtlich erregte. "Ich habe mich über die Niederlage geärgert, worüber sonst?", entgegnete er Moderator Max Zielke nach dem Spiel genervt.

RB im Elfmeterschießen nervenstärker

Der Ausgleich hatte bei den Leipzigern Wirkung hinterlassen. Sie starteten wackelig ins alles entscheidende 2vs2. Die Paderborner hingegen begannen stark, konnten die Patzer der Sachsen aber nicht nutzen. Folglich ging es torlos in die Pause. Auch nach dem Seitenwechsel traten die Ostwestfallen bestimmend auf. Mit fortlaufender Spieldauer steigerte sich die Spannung sekündlich.

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Beiden Duos war die Nervosität anzusehen, die Ballverluste häuften sich. Die beste Torchance im zweiten Durchgang hatten die Paderborner: Aus spitzem Winkel strich die Kugel knapp am langen Eck vorbei. Fünf Ingame-Minuten vor Ende wäre es wohl das Tor zum DFB-ePokalsieg gewesen. So ging es in die Verlängerung. In dieser passierte nichts, beide Teams vermieden das Risiko. Die Dramatik gipfelte also im Elfmeterschießen.

Zunächst wurden alle Elfmeter verwandelt, ausgerechnet 'RBLZ_Umut' verschoss als Erster. Da direkt danach 'WildStyler' ebenso vergab, konnte Leipzig ausgleichen. Anschließend verschoss beim SCP auch 'Jonny' - RB traf und krönte sich zum DFB-ePokalsieger 2023.

"Ich bin sehr glücklich, den Pokal gewonnen zu haben. Auch wenn ich mich immer noch sehr über meine Niederlage im Einzel ärgere", sagte Gültekin nach der Pokalübergabe gegenüber kicker eSport. 

Halbfinale: Leipzig beendet Pokalmärchen

Eine harte Nuss hatte RB Leipzig schon im ersten Halbfinale mit dem VfR 1919 Grünstadt zu knacken gehabt. Das erste Spiel entschied 'RBLZ_Gaucho' für sich, der 2:1-Siegtreffer fiel kurz vor Schluss. Lukas 'lukas_offical11' Wolff ließ das aber unbeeindruckt, gegen 'RBLZ_Umut' legte der Grünstädter fulminant los. Nach der frühen Führung hatte er weitere Möglichkeiten zum 2:0. Doch Gültekin zeigte, warum er FIFA-Weltmeister ist. Aus dem Nichts fiel kurz darauf der Ausgleich.

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Es blieb ein offenes Spiel mit Vorteilen für Wolff, der fast in identischer Weise den alten Abstand wiederherstellte. Aus rund 14 Metern und spitzem Winkel schoss er die Kugel mit Wucht ins lange Eck. Die Dramatik nahm von Sekunde zu Sekunde zu: Zuerst stellte Wolff mit dem 3:1 die Weichen auf Abwehr des Matchballs, wieder antwortete Gültekin prompt. Das reichte aber nicht, einen weiteren Treffer erzielte der ehemalige deutsche Einzelmeister nicht mehr. Die Entscheidung musste in Spiel drei im 2vs2 her.

Eine spezielle Taktik hatte das Grünstadt-Duo dafür nicht parat: "Wir versuchen, einfach unser Spiel aufzuziehen." Und tatsächlich: Lösungen fanden die Leipziger im Entscheidungsspiel zunächst nicht. IQONIC, die den VfR vertretende Organisation, führte eine Weile lang und brachte sie sogar an den Rand einer Niederlage. RB konnte schließlich aber doch ausgleichen und kurz vor Schluss sogar zum Finaleinzug treffen.

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"Die drei Spiele waren 50/50-Partien - es hätte in jede Richtung gehen können. Am Ende sind wir froh, die Partien für uns entschieden zu haben", sagte 'RBLZ_Gaucho' im Anschluss. Damit fand das Pokalmärchen der Grünstädter ein Ende ohne Endspiel. Direkt nach dem Aus überwog bei IQONIC die Enttäuschung. Joe 'JH7' Hellmann meinte trotzdem, dass sie "in ein paar Tagen mit Stolz zurückblicken" würden. 

Paderborn ringt glückloses Bochum nieder

"Wir haben sehr gute Chancen, sind derzeit super drauf", hatte Bochums Timo 'TimoX' Siep im Vorfeld des zweiten Halbfinals die Chancen seines VfL eingeschätzt. Für den Ruhrpottklub ging es gegen den SC Paderborn, der sich im Viertelfinale knapp gegen den SV Sandhausen behauptet hatte. Bei den Ostwestfalen am Controller: 'Jonny', der Halbfinalist des VBL Grand Final. Er bestritt das zweite Spiel gegen ebenjenen Siep - der Druck war aufseiten des Bochumers.

Denn die erste Partie ging zugunsten des SCP aus, 'WildStyler' setzte sich in der Verlängerung etwas glücklich mit 2:1 durch. Entsprechend erregt war sein Gegner Justin 'MilkaLove' Springer zwischenzeitlich. Dieser hatte in der regulären Spielzeit die Mehrzahl der Gelegenheiten verbucht - sich und Bochum aber mit einer Roten Karte in der 94. Ingame-Minute in die Bredouille befördert. 

Highlights gab es im Anschluss zwischen 'TimoX' und 'Jonny' erneut deutlich mehr vor dem Paderborner Tor. Während Siep jedoch alles vergab, nutzte Wirth seine allererste Chance. Rund 15 Ingame-Minuten vor dem Ende blieb er aus kurzer Distanz eiskalt. "Er ist der deutsche FIFA-Mourinho", witzelte Kommentator Robby Hunke über 'Jonny'. Siep stellte danach zwar offensiv um, eine Möglichkeit ergab sich für ihn aber nicht mehr. Damit stand das Endspiel fest: Leipzig gegen Paderborn. Mit bekanntem Ausgang. 

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