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Erst als Spieler, nun als Coach: Cissé greift erneut nach Afrikas Krone

Afrika-Cup: Senegal will im Finale Revanche an Algerien nehmen

Erst als Spieler, nun als Coach: Cissé greift erneut nach Afrikas Krone

Senegals charismatischer Nationalcoach Aliou Cissé freut sich über den Finaleinzug.

Senegals charismatischer Nationalcoach Aliou Cissé freut sich über den Finaleinzug. Getty Images

Rückblende: Am 10. Februar 2002 standen sich in der malischen Hauptstadt Bamako im Finale des Afrika-Cups Kamerun und Senegal gegenüber. Nach 90 wie 120 Minuten hieß es 0:0, weshalb im Elfmeterschießen die Entscheidung fallen musste. Senegals damaliger Kapitän Aliou Cissé trat zum entscheidenden fünften und letzten Schuss für die Löwen von Teranga an - und vergab. Kamerun siegte so mit 3:2 im und krönte sich zum vierten Mal als Champion Afrikas.

17 Jahre später führte Cissé Senegal als Nationalcoach ins Finale, am Freitagabend heißt der Gegner im International Stadion in Kairo Algerien (21 Uhr). Und Cissé ist voller Hoffnung, dass der Senegal das Finaltrauma von 2002 überwinden kann: "Meine Spieler haben mir gesagt, dass sie es besser machen werden als wir damals - und bisher haben sie es besser gemacht."

Cissé - der mit seinen langen Rastalocken, seiner Brille und seinem eloquenten Auftreten eine charismatische Persönlichkeit darstellt - ist seit März 2015 Nationalcoach Senegals. Seitdem ging es mit den Löwen von Teranga bergauf. Im vergangenen Jahr konnte sich Senegal zum zweiten Mal nach 2002 wieder für eine WM qualifizieren. Denkbar knapp kam in Russland bereits nach der Gruppenphase das Aus, da sie in der Fair-Play-Wertung gegenüber Kolumbien den Kürzeren zogen.

Auf Mané ruhen die Hoffnungen - Startet Sané für Koulibaly?

Salif Sané

Könnte von der Sperre Kalidou Koulibalys profitieren und im Finale in der Startelf stehen: Schalkes Salif Sané. picture alliance

Hießen die Stars 2002 Cissé selbst, der zweimalige Fußballer Afrikas, El-Hadji Diouf, Henri Camara oder Papa Bouba Diop, ruhen die Hoffnungen des fußballverrückten westafrikanischen Landes heute auf den Schultern von Sadio Mané, Kalidou Koulibaly, Idrissa Gueye oder Ismaila Sarr. Besonders Torjäger Mané steht in der Pflicht. Der Champions-League-Sieger des FC Liverpool erzielte im bisherigen Saisonverlauf zwar schon drei Tore, vergab aber auch schon zwei Elfmeter und wirkte seltsam gehemmt.

Verzichten muss Cissé zu allem Überfluss auf Abwehrchef Koulibaly, der Napoli-Legionär fehlt gesperrt. Für ihn könnte Salif Sané in die Startelf rücken, der Schalker kam bisher zu drei Einsätzen. Dennoch dürfte das Fehlen von Koulibaly eine schwerwiegende Schwächung Senegals darstellen. Der 28-Jährige gilt derzeit als einer der besten Verteidiger in Europa und wird mit mehreren Topklubs in Verbindung gebracht. Koulibaly dirigiert nicht weniger als die Top-Defensive des Afrika-Cups, die in den bisherigen sechs Spielen erst ein Gegentor zugelassen hat: Beim 0:1 im zweiten Gruppenspiel gegen - Algerien! Am Freitagabend wollen die Löwen von Teranga den Spieß umdrehen.

jer

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