Bundesliga

Erleichterung bei Hertha BSC: "Man kann die Jungs wieder lieben"

Alte Dame schafft dank starkem Endspurt den Klassenerhalt

Erleichterung bei Hertha BSC: "Man kann die Jungs wieder lieben"

Pal Dardai (li.) hat Arne Friedrich im Arm und den Zigarren-Koffer in der Hand - so feiert der Coach den Klassenerhalt.

Pal Dardai (li.) hat Arne Friedrich im Arm und den Zigarren-Koffer in der Hand - so feiert der Coach den Klassenerhalt. imago images

Was auf dem Spiel stand, war während der 90 Minuten und vor allem nach Abpfiff deutlich zu sehen: Auf der Tribüne jubelten Sami Khedira und Matheus Cunha Arm in Arm über einen Bremer Gegentreffer im Parallelspiel, nach dem Abpfiff brachen alle Dämme.

Dass Hertha BSC den Klassenerhalt vorzeitig dingfest machen konnte, war vor ein paar Wochen so nicht abzusehen. Noch vor zwei Monaten stand Hertha auf dem Relegationsrang, Mitte April folgte dann nach einigen Corona-Fällen die Quarantäne. Die Bilanz seitdem: Neun Punkte aus fünf Spielen (2/3/0), insgesamt ist der Hauptstadtklub sogar seit acht Partien ungeschlagen.

"Dauert noch, bis ich es realisieren kann"

Die Belohnung: der Klassenerhalt am 33. Spieltag, dafür reichte ein torloses Remis, bei dem die Alte Dame zu keinem Zeitpunkt ins Risiko ging und hinten stabil stand. Ob dieses Unentschieden wirklich reichen würde, darüber herrschte zumindest auf dem Feld keine Klarheit: "In der Nachspielzeit habe ich mich beeilt. 'Zecke' (Andreas Neuendorf, Co-Trainer, Anm. d. Red.) schreit von außen 'noch eine Minute' - aber ich wusste immer noch nicht, ob ich jetzt schnell oder langsam machen sollte. Es dauert noch, bis ich es realisieren kann", sagte etwa Torhüter Alexander Schwolow am "Sky"-Mikrofon.

Sein Trainer war nach der Partie vor allem "stolz" auf "seine Jungs": "Es war ein schwieriger Job. Ich bin stolz darauf, dass die Jungs sich geändert haben. Man kann sie wieder lieben, wir sind eine Mannschaft", so Pal Dardai, der nach Abpfiff reichlich beschenkt wurde und noch weiter werden wird.

Schon kurz nach Ende der Partie hielt der Coach ein Köfferchen in der Hand, das von Paul Keuter, Mitglied der Geschäftsleitung bei Hertha BSC, an den 45-Jährigen adressiert war. Der Inhalt: Jede Menge Zigarren. Auch Niklas Stark soll seinem Trainer noch einige Zigarren versprochen haben. Diese werde Dardai bald genießen, er habe dann "sowieso nichts Anderes mehr zu tun, als Zigarre zu rauchen".

Eine Woche - das kennen wir gar nicht mehr.

Hertha-Trainer Pal Dardai zur Vorbereitung auf das letzte Spiel

Für das letzte Saisonspiel - am kommenden Samstag geht es für Hertha nach Sinsheim - will Dardai sich mit seiner Mannschaft im Quarantäne-Hotel optimal vorbereiten und dann "ungeschlagen bleiben". Dafür bleibt eine ganze Woche der Vorbereitung - "das kennen wir gar nicht mehr", so Dardai.

Stark trinkt "einen Sekt vielleicht"

In den nächsten Stunden und Tagen bleibt aber auch ein bisschen Zeit für Feierlichkeiten, zumindest kurz. Stark kündigte an, man werde "zusammen einen Cappuccino trinken - oder einen Sekt vielleicht".

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Bilder zur Partie Hertha BSC - 1. FC Köln