NFL

"EQ" St. Brown und Nzeocha mittendrin: "Relativ typisch in der NFL"

Erst arbeitslos, dann in den Play-offs

"EQ" St. Brown und Nzeocha sind plötzlich mittendrin: "Relativ typisch in der NFL"

Strahlt gute Laune und Zufriedenheit nach seiner Packers-Rückkehr aus: Equanimeous "EQ" St. Brown.

Strahlt gute Laune und Zufriedenheit nach seiner Packers-Rückkehr aus: Equanimeous "EQ" St. Brown. imago images/NurPhoto

Zu Beginn dieser NFL-Saison sind die Play-offs nicht das allergrößte Ziel von Equanimeous St. Brown und Mark Nzeocha gewesen. Die beiden deutschen Football-Profis, die sich mit ihren Teams im berühmtem Lambeau Field gegenüberstehen werden, sind nicht mal mehr in den Kadern bei den Green Bay Packers und den San Francisco 49ers gewesen. Die Packers haben "EQ" ins Trainingsteam gesendet, Nzeocha ist sogar komplett "auf der Straße" gelandet. In der wichtigsten Phase dieser Saison, nur noch etwas mehr als drei Wochen vom Super Bowl in Los Angeles entfernt, sind beide aber wieder dabei und dürfen von einem eigenen Beitrag zur Meisterschaft träumen. Wie kann das sein?

"Es ist relativ typisch in der NFL", erklärt Ex-Profi Sebastian Vollmer im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und verweist auf das Limit von 53 Footballern im Kader. "Das ist mitunter auch eine Strategie der Teams, dass sie ihre Ersatzspieler oder Leute, die sie erst später in der Saison brauchen, ich sag' mal: auf der Straße parken. Und sie dann, wie in Marks Situation, schnell wieder einstellen.

Wenn ich fertig bin mit Football, kann ich hoffentlich zurückgucken und bin stolz auf meine Karriere.

Equanimeous St. Brown, Wide Receiver der Green Bay Packers

Weil er sich fit hält, weil er das Spielsystem und auch die Trainer und die Codewörter kennt. Das passiert relativ häufig." Nzeocha ist am 29. Dezember schließlich wirklich ins Trainingsteam geholt worden, drei Tage später ist der 32-Jährige erstmals wieder im aktiven Kader gelandet.

Zeit zum Verdauen? "Einen Tag"

Hire and fire - anstellen und feuern - das ist in der National Football League Alltag. So sehr, dass St. Brown die Situation Ende August ziemlich schnell ganz nüchtern betrachtet hat. "Viele Leute verletzen sich und man muss immer wieder Leute unter Vertrag nehmen, um die zu ersetzen, die auf der Verletztenliste stehen", so "EQ", dessen Vierjahresvertrag zum Ende der Saison ausläuft.

Johnson, St. Brown & Co.: NFL-Profis "Made in Germany"

Manchmal müssten deswegen eben Spieler gehen, deren Fähigkeiten dem Team nicht sehr so helfen, wie die eines anderen Profis. "Ich weiß nicht, warum so viele Spieler immer geschockt sind, wie das Business funktioniert. Ich habe immer gewusst, wie es läuft. Es macht Sinn für mich, wie die Coaches und GM (General Manager, Anm.) das machen."

Gefallen habe es St. Brown deswegen natürlich längst nicht, als ihm sein Platz im Kader genommen worden. Wie lange er zum Verdauen gebraucht habe? "Einen Tag", sagt er. Danach sei der Blick wieder nach vorne gegangen. "Ich muss einfach immer hart arbeiten und hart trainieren. Wenn ich fertig bin mit Football, kann ich hoffentlich zurückgucken und bin stolz auf meine Karriere. Ich muss einfach meinen Kopf unten halten und hart arbeiten", bekräftigt er.

Mark Nzeocha

Erst vor kurzem wieder in den Kader der Niners zurückgekehrt: Der gebürtige Ansbacher Mark Nzeocha. imago images/Icon SMI

"EQ" bislang im Schatten von Amon-Ra gewesen

Dass der 25 Jahre alte Wide Receiver in dieser Saison klar im Schatten seines jüngeren Bruders Amon-Ra St. Brown (22), der sich zu einem absoluten Lions-Überraschungs-Rookie entwickelt hat, gestanden hat (etwa fünf Touchdowns), muss dabei überhaupt nichts bedeuten. Die Umstände in jedem Team seien und sind andere, Kleinigkeiten haben große Auswirkungen.

Vollmer, der seine ganze Karriere für die New England Patriots gespielt und als Beschützer von Quarterback-Superstar Tom Brady den Super Bowl zweimal gewonnen hat, erinnert sich an eine lange Begegnung mit dem inzwischen 25 Jahre alten "EQ" St. Brown vor etwa zwei Jahren. "Ich habe damals schon gesagt, dass er sich zum Nummer-Eins-Receiver der Packers vorarbeitet. Diesen Wunsch und Anspruch habe ich immer noch an ihn. Weil er dazu absolut die Fähigkeiten hat", sagt der 37-Jährige. "Er hat alles, was er für eine grandiose, lange Karriere braucht."

dpa/mag

Piratenschiff, Beton, Dächer: Die Stadien der 32 NFL-Teams