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Epic vs. Apple und Humble vs. Steam: Kampf im digitalen Spielemarkt

Spannungen zwischen Plattformen

Epic vs. Apple und Humble vs. Steam: Kampf im digitalen Spielemarkt

Firmen wie Valve und Apple stehen an der Spitze des hochprofitablen Spielemarkts. Mittlerweile wurde Klage gegen sie erhoben.

Firmen wie Valve und Apple stehen an der Spitze des hochprofitablen Spielemarkts. Mittlerweile wurde Klage gegen sie erhoben. Valve

Seit Jahren gibt es Spannungen zwischen den verschiedenen Spieleplattformen im digitalen Markt, insbesondere im Bereich PC-Gaming. Diese Spannungen haben sich nun zu direkten Konflikten entwickelt. Nach dem Streit zwischen Epic Games und Apple steht nun auch Valves Steam im Feuer der Konkurrenz; und muss sich schweren Vorwürfen entgegenstellen.

Klagen gegen scheinbare Monopole im Spielemarkt

Anfang Mai begann nicht nur die langerwartete Gerichtsverhandlung zwischen Epic Games und Apple, auch Steam rückte in den Fokus. Wolfire Games, die Gründer von Humble Bundle, haben gegen Valve und ihre PC-Plattform Klage eingereicht. Beide Fälle sind ähnlich: Die Klagen richten sich gegen die scheinbaren Monopol-Stellungen der erwähnten Firmen innerhalb des Spielemarktes und die hohen Plattform-Gebühren, die für digitale Güter verlangt werden.

Epic wirft Apple in seiner Klage vor, ein Monopol mit dem iPhone zu haben und dadurch unfaire Marktvorteile zu besitzen. Dieser Vorwurf entsteht aus einem Konflikt von letztem Sommer. Epic wollte für In-App Käufe in ihrem beliebten Spiel "Fortnite" den App Store umgehen, woraufhin das Spiel von der Plattform entfernt wurde.

Wolfire Games verwendet eine vergleichbare Argumentation gegen Valve: In der Klageschrift heißt es, die Betreiber von Steam sollen "ungefähr 75 Prozent" des gesamten PC-Spielemarkts kontrollieren. Des Weiteren soll der Konzern seine "Marktmacht missbrauchen", um Konkurrenten wie Humble Bundle zu schaden und die Machtstellung von Steam im digitalen PC-Markt zu wahren. Valve solle dabei ferner wettbewerbsfeindliche Praktiken einsetzen.

Valve ist in der Lage, so hohe Gebühren zu erheben, weil sie den Wettbewerb aktiv unterdrücken.

Wolfire Games

Hohe Plattform-Gebühren als großer Streitpunkt

Sowohl gegen Apple als auch Valve rückt der Vorwurf immer wieder in den Mittelpunkt, die Betreiber würden auf ihren Plattformen eine zu hohe Gebühr für den Verkauf von digitalen Gütern fordern. Diese liegt bei beiden Firmen bei 30 Prozent. Dieser Satz ist für viele Plattformen seit Jahren gängig, so auch zum Beispiel im PlayStation Store. Er wird jedoch immer wieder kritisiert und soll vielen Entwicklern, vor allem kleinere, finanziell schaden.

Wolfire Games hat sich in seiner Klage ebenfalls auf diese Problematik konzentriert und schwere Vorwürfe gegen Valve erhoben: "Valve ist in der Lage, so hohe Gebühren zu erheben, weil sie den Wettbewerb aktiv unterdrücken." In der Klageschrift wird detailliert erklärt, wie Valve mit dem Release von Steam im Jahr 2004 den digitalen Spielemarkt erobert habe und seitdem den Vertrieb von digitalen Spielen auf ihrer Plattform streng kontrolliere. Und das, laut Wolfire Games, mit unlauteren Mitteln: "Valve hat verschiedene Publisher dazu veranlasst oder genötigt, einen oder mehrere Verträge, Kooperationen oder Absprachen zu schließen, um den Handel unangemessen einzuschränken, Preise zu kontrollieren oder Wettbewerb zu verhindern."

Potenzielle Entwicklungen für den digitalen Spielemarkt?

Plattform-Gebühren dieser Art sind im Zeitalter von einem immer größer werdenden digitalen Spielemarkt eine gängige, und von den Plattformbetreibern als notwendig angesehene Praxis. Tim Sweeney, Präsident von Epic Games, enthüllte während der Gerichtsverhandlung gegen Apple, dass Konsolenentwickler wie Microsoft oder Sony mit ihrer Hardware ein Verlustgeschäft machten und von der Marktgebühr abhängig sind. Apples Mobilgeräte seien dagegen höchst profitabel und die hohe Gebühr sei für sie daher nicht notwendig. Xbox-Managerin Lori Wright bestätigte im laufenden Prozess, dass der Konzern tatsächlich keinen Gewinn durch den Verkauf von Xbox-Konsolen erziele und daher auf die Marge durch den digitalen Spielevertrieb angewiesen wäre.

Diese Praxis wird von Entwicklern immer wieder kritisch betrachtet. Dementsprechend haben Plattformen wie der Epic Games Store, Humble Bundle oder itch.io mit geringeren Prozentsätzen von 5-12 Prozent attraktivere Alternativen angeboten. Dies hat auch Publisher wie Microsoft dazu bewegt, ihre Gebühren auf 12 Prozent zu senken. Dies fordert auch Wolfire Games, zusammen mit einer Umstrukturierung von Valves Geschäftsmodell. Die Frage, ob diese Klagen dazu führen, dass sich die scheinbaren Monopole des digitalen Spielemarkts verändern und mehr Diversität und Konkurrenz in den digitalen Spielemarkt Einzug erhält, bleibt jedoch noch offen.

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