WM

WM alle zwei Jahre? DFB kritisiert FIFA-Pläne

Verband gibt Stellungnahme ab

"Entgegen aller Grundsätze": DFB kritisiert FIFA-Pläne zur WM

Die DFB-Spitze hat sich gegen die WM-Pläne der FIFA positioniert.

Die DFB-Spitze hat sich gegen die WM-Pläne der FIFA positioniert. imago images/osnapix

Bereits am vergangenen Sonntag hatte Peter Peters, Teil der DFB-Interimsspitze und Mitglied des DFL-Präsidiums, dem kicker gegenüber angekündigt, "dass der deutsche Fußball sich deutlich dagegen aussprechen wird". Nach der Präsidiums-Sitzung am Freitag ist das nun auch offiziell geschehen.

"Der DFB unterstützt uneingeschränkt die Position der UEFA, wonach eine Entscheidung in einer so wichtigen Angelegenheit nicht ohne die Zustimmung der europäischen Verbände und des europäischen Fußballs getroffen werden darf", heißt es in einer Verbandsmitteilung vom Freitagnachmittag. "Nicht zuletzt deshalb ist es für den DFB unverständlich, dass die FIFA-Spitze entgegen allen Grundsätzen von Good Governance im ersten Schritt nicht die Mitglieder ihres eigenen Councils, sondern sogenannte 'FIFA-Legenden' konsultiert und die Ergebnisse des Treffens über die Medien verbreitet hat", kritisiert der Verband weiter. Vonseiten der europäischen Verbände gebe es "schwerwiegende Bedenken".

Vorteile?  "Weder erkennbar noch vorstellbar"

Es sei für den DFB "weder erkennbar noch vorstellbar", dass die FIFA-Pläne für interessantere Spiele sorgen und die Chancengleichheit erhöhen. So kritisiert der DFB unter anderem, dass durch eine WM-Austragung alle zwei Jahre "die Turniere der Frauen sowie der Junior*innen im Schatten der Männerwettbewerbe marginalisiert" würden, die physische Belastung für Nationalspieler steige, der Stellenwert der Großturniere sinke und eine Umstellung dies Spielkalenders mit abgeschlossenen Verträgen des DFB und der UEFA kollidiere.

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Die Kritikpunkte "und viele weitere Fragestellungen bedürfen schnellstmöglich der detaillierten Prüfung und Erörterung", heißt es weiter. Vom Weltverband erwarte der DFB, "dass die FIFA die spezifischen Interessen der europäischen Nationalverbände besonders beachtet und berücksichtigt".

FIFA führte zuletzt Umfrage ins Feld

Der Weltverband hatte zuletzt für eine Veränderung des WM-Rhythmus geworben und eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Im Rahmen dessen hatte die FIFA zuletzt die Ergebnisse einer ebenfalls selbst in Auftrag gegebenen Online-Umfrage ins Feld geführt, der zufolge 55 Prozent der Befragten eine häufigere Austragung der WM befürworten.

Neben der UEFA hatte sich auch der südamerikanische Fußballverband Conmebol bereits gegen ein solches Modell ausgesprochen, der afrikanische Verband CAF hingegen befürwortete die Idee.

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mib