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Salary Cap in Englands dritter und vierter Liga beschlossen

Gehaltsobergrenze wird Realität

Englische Dritt-und Viertligisten beschließen Salary Cap

English Football League

Vorreiter? Die English Football League hat eine Gehaltsobergrenze für die dritte und vierte Liga eingeführt. imago images

Die 48 Vereine der League One und League Two einigten sich am Freitag darauf, ein Salary Cap in beiden Ligen einzuführen. Das gab die English Football League (EFL) nach einer entsprechenden Abstimmung aller Vereine bekannt. Die Regelung ist ab sofort gültig.

Unter das Salary Cap fallen die Kosten für das Grundgehalt, Steuern, Boni, Bildrechte, Beraterhonorare sowie andere Ausgaben, die vom Verein direkt oder indirekt an die Spieler des Kaders fließen. In der drittklassigen League One darf ein Klub für diese Zwecke künftig 2,5 Millionen englische Pfund (ca. 2,77 Millionen Euro) ausgeben, in der viertklassigen League Two liegt das Salary Cap bei 1,5 Millionen Pfund (ca. 1,66 Millionen Euro). Nicht mit eingerechnet werden Aufstiegsprämien, Bonuszahlungen für Pokal-Erfolge. Gelder, die ein Verein durch das Verleihen von Spielern einnimmt, werden hingegen vom Cap abgezogen.

Verstöße gegen die Gehaltsobergrenze sollen sanktioniert werden. Vereine, die das Cap um bis zu fünf Prozent überziehen, müssen mit einer Geldstrafe rechnen. Liegt ein Klub noch weiter darüber, wird eine unabhängige Disziplinarkommission eingeschaltet. Die EFL teilte aber mit, den Cap der jeweiligen Klubs über die Saison hinweg in Echtzeit verfolgen zu wollen, um solche Fälle zu verhindern.

Erste Salary-Cap-Einführung im europäischen Profifußball

Die Entscheidung für die Gehaltsobergrenze sei das Ergebnis umfassender Beratungen mit allen Vereinen, die bereits vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie stattgefunden hätten, heißt es in der EFL-Mitteilung. Dabei sei es vorwiegend um Nachhaltigkeit sowie die zunehmende Inflation der Gehälter in den betreffenden Ligen gegangen. Die unteren englischen Ligen waren aufgrund der Coronavirus-Pandemie abgebrochen worden, die Gespräche seien aber weitergeführt worden.

Nun haben sie zur ersten Einführung eines ligaweiten Salary Caps im europäischen Profifußball geführt. Bislang kommt die Regelung fast ausschließlich im US-Sport zum Einsatz, ist dort aber sehr verbreitet.

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mib/dpa