EM

England gegen Schottland: Grealish und Sancho wohl wieder außen vor

Wie 1996 im zweiten EM-Gruppenspiel gegen Schottland

Englands Erinnerungen an Gazza - Grealish und Sancho wohl wieder außen vor

In der Startelf von Englands Nationaltrainer Gareth Southgate (Mi.) ist Jack Grealish (l.) und Jadon Sancho (r.) wohl erneut kein Platz.

In der Startelf von Englands Nationaltrainer Gareth Southgate (Mi.) ist Jack Grealish (l.) und Jadon Sancho (r.) wohl erneut kein Platz. imago images

Es ist 25 Jahre her, dass sich England und Schottland zum ersten und bislang einzigen Mal bei einem großen Turnier gegenüberstanden. Die Three Lions waren bei der Heim-EM 1996 mit einem mauen 1:1 gegen die Schweiz ins Turnier gestartet und trafen dann im (alten) Wembley-Stadion auf die Schotten. Der folgende 2:0-Erfolg mit dem legendären Treffer und Jubel von Paul Gascoigne war die große Initialzündung für die Gastgeber und der Beginn eines begeisternden Laufes, der erst im Halbfinale vom späteren Europameister Deutschland gestoppt wurde.

Im Jahr 2021 sind die Vorzeichen zumindest etwas anders: England ist erstmals mit einem Sieg in eine EM gestartet, die streng genommen keine Heim-EM ist. Es aber irgendwie werden könnte. Sollten die Three Lions Gruppensieger werden, könnten sie bis zum Finale (Stand jetzt) sechs von sieben Spielen in Wembley bestreiten.

Europameisterschaft - Vorrunde, 2. Spieltag
Spielersteckbrief H. Kane
H. Kane

Kane Harry

Spielersteckbrief Grealish
Grealish

Grealish Jack

Spielersteckbrief H. Maguire
H. Maguire

Maguire Harry

Spielersteckbrief Sancho
Sancho

Sancho Jadon

Dort warten am heutigen Freitagabend (21 Uhr, LIVE! bei kicker) vor 22.500 Zuschauern zunächst erst einmal die Schotten, die mit einem 0:2 gegen Tschechien in ihr erstes großes Turnier seit 1998 gestartet sind und vor dem 115. Battle of Britain (den ersten gab es am 30. November 1872) schon unter Druck stehen und als klarer Außenseiter ins Spiel gehen. Immerhin: Arsenals Linksverteidiger Kieran Tierney steht Nationaltrainer Steve Clarke wieder zur Verfügung.

Paul Gascoigne

Legendär: Paul Gascoigne und Kollegen bejubeln im Juni 1996 den Treffer zum 2:0 gegen Schottland. imago images

Englands Nationaltrainer Gareth Southgate, vor 25 Jahren als Spieler in Wembley dabei, warnt vor Überheblichkeit. "Es wird ein hartes Spiel. Schottland ist gefährlich in vielerlei Hinsicht", mahnte er. "Ein Auftaktsieg birgt auch Gefahren. Wir müssen das Spiel mit derselben Einstellung angehen und absolut bereit sein."

Rufe nach Grealish immer lauter - Sancho diesmal auf der Bank?

Personell steht Southgate - das bringt die neue Tiefe in Englands Kader so mit sich - erneut vor kniffligen Entscheidungen. Vor allem die Personalie Jack Grealish wird auf der Insel heiß diskutiert. Ein Großteil der Fans und Experten will den Spielmacher von Aston Villa in der Startelf sehen. Gegen die tiefstehenden Schotten könnte der Kreativkopf tatsächlich eine passende Waffe sein.

Wahrscheinlich ist jedoch, dass Southgate an der Offensivreihe zunächst nichts ändert. Kapitän Harry Kane wird sowieso beginnen und dürfte erneut von Raheem Sterling (Siegtorschütze beim 1:0 gegen Kroatien) und Phil Foden (mit blondierten Haaren wie Gazza 1996) flankiert werden.

Grealish wird wohl erneut mit der Bank vorliebnehmen müssen, Jadon Sancho wird hoffen, diesmal darauf Platz nehmen zu dürfen. Dass der Dortmunder es zum Auftakt am Sonntag nicht einmal in den Kader geschafft hatte, war in England im Schatten der Diskussion um Grealish bestenfalls eine Randnotiz.

Kommt die Startelf für Maguire noch zu früh?

Änderungen an seiner Startelf wird Southgate dem Vernehmen nach nur in der Abwehr vornehmen. Dort könnten Luke Shaw (links, statt Kieran Trippier) und Reece James (rechts, statt Kyle Walker) beginnen. Ob Harry Maguire, der sich nach überstandener Verletzung am Sprunggelenk wieder fit meldete, beginnt, ließ Southgate offen. "Harry wird morgen beteiligt sein. Wir müssen entscheiden, ob er bereit ist zu starten", sagte der Coach am Donnerstag. Maguires Vertreter Tyrone Mings machte seine Sache gegen Kroatien ordentlich.

Kane betont erneut: Halbfinale ist das Minimalziel

Für die Engländer soll das Prestigeduell - ein Sieg würde den vorzeitigen Achtelfinaleinzug bedeuten - ohnehin nur eine Zwischenstation sein. Das Halbfinale sei das Minimalziel, betonte Kapitän Kane am Donnerstag erneut. "Wenn wir das nicht schaffen, wären wir als Spieler enttäuscht. Wir haben uns in den letzten drei, vier Jahren in die richtige Richtung entwickelt. Der nächste Schritt ist es, ein Finale zu erreichen und es hoffentlich zu gewinnen."

ski

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