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England droht harte UEFA-Strafe - Stadion-Eindringling erklärt Vorgehen

Nach chaotischen Szenen beim EM-Finale

England droht harte UEFA-Strafe - Stadion-Eindringling erklärt Vorgehen

Ein Ordner spricht mit Fans, die beim EM-Finale ohne Ticket ins Stadion gelangt sind.

Ein Ordner spricht mit Fans, die beim EM-Finale ohne Ticket ins Stadion gelangt sind. POOL/AFP via Getty Images

Die EM ist nicht nur für die englische Nationalmannschaft mit einem Schock zu Ende gegangen, sondern auch für den englischen Verband. Nach den chaotischen Szenen rund ums Finale in Wembley droht der FA als Verantwortlicher für die Sicherheitsmaßnahmen eine empfindliche Strafe - im Raum steht neben einer Geldbuße mindestens ein Heimspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Am Sonntag hatten tausende Personen versucht, ohne Ticket ins Stadion zu gelangen, indem sie Absperrungen und Drehkreuze durchbrachen. Obwohl die FA hinterher betonte, für das Endspiel mehr Sicherheitskräfte bereitgestellt zu haben als von der UEFA gefordert, hatten zahlreiche Augenzeugen von überforderten Ordnern, mangelnder Polizeipräsenz und aggressiven Eindringlingen berichtet.

53 Menschen waren rund ums Stadion in Gewahrsam genommen, 19 Polizisten verletzt worden. Auch unbeteiligte Fans waren bei den Tumulten zu Schaden gekommen; unter anderem berichtete Englands Innenverteidiger Harry Maguire, dass sein Vater mit Verdacht auf Rippenbrüche behandelt werden musste.

Sogar Ordner seien bestochen worden, berichtet der Eindringling

Ein Fan, der wie hunderte andere illegal ins Stadion gelangt war und Englands dramatische Niederlage gegen Italien ohne gültiges Ticket live verfolgt hatte, erklärte am Mittwoch im "Guardian" anonym, wie er und zahlreiche andere sich zuvor in Telegram-Gruppen organisiert hätten.

Sie hätten vor Ort unter anderem gefälschte Tickets und Eingänge für körperlich beeinträchtigte Zuschauer genutzt, andere hätten auch Ordner erfolgreich bestochen. "Ich wäre geschockt, wenn weniger als 5000 ohne Ticket hineingekommen wären", sagt er. Die offizielle Zuschauerzahl betrug am Sonntag 67.173. Ohne Corona-Einschränkungen fasst das Londoner Stadion 90.000 Fans.

In einem getrennten Verfahren muss die FA wegen des Werfens von Gegenständen, des Ausbuhens der italienischen Nationalhymne und des Flitzers, der während der Verlängerung auf den Rasen gelangt war, mit einer UEFA-Strafe rechnen. Klar ist: Englands Plan, sich für die WM 2030 zu bewerben, hat am Sonntag massiven Schaden genommen.

jpe