Bundesliga

"Eng und kritisch": Baumann erinnert an die Reaktion im Mai

Rashica-Rückkehr frühestens gegen Augsburg

"Eng und kritisch": Baumann erinnert an die Reaktion im Mai

Er vertraut der Mannschaft: Bremens Sportchef Frank Baumann.

Er vertraut der Mannschaft: Bremens Sportchef Frank Baumann. imago images

"Man kommt zu keiner anderen Erkenntnis, dass die Leistung nicht gut war", musste er gleichermaßen ernüchtert feststellen, nachdem zuvor bereits Trainer Florian Kohfeldt sehr deutliche Worte ("Es war ein rabenschwarzer Tag") gefunden hatte.

Die Suche nach Erklärungen fiel den Verantwortlichen sowohl nach dem Spiel als auch eine Nacht später noch immer schwer, gerade nach den beiden Siegen zum Jahresabschluss 2020 gegen Mainz und Hannover 96 im DFB-Pokal, die den Bremern eine einigermaßen versöhnliche Weihnachtszeit beschert hatte. Trainer Kohfeldt gab an, zunächst Einzelgespräche mit seinen Spielern führen zu wollen. Fachlich würde er sich anschließend Themen widmen wie der Zweikampfführung, zweiten Bälle, der Raumaufteilung - respektive der Restverteidigung - und Eins-gegen-eins-Situationen in beide Richtungen. Es ist viel zu tun in Bremen.

Zumal Werder bis zum Ende der Hinrunde in Kürze noch drei Partien gegen "schwierige Gegner" (Kohfeldt) bevorstehen, insbesondere auswärts, am Samstag erst in Leverkusen und in der englischen Woche nach einem Heimspiel gegen den FC Augsburg bei Borussia Mönchengladbach. Vor allem an Bayer haben die Bremer keine guten Erinnerungen. Zum Re-Start nach der Corona-Zwangspause im vergangenen Frühjahr war man beim 1:4 ähnlich chancenlos gewesen wie am Samstag gegen Union.

Baumann sagt zwar, dass man auch diesmal nicht erwarten könne, "dass wir Leverkusen dominieren", andererseits erinnert er sich auch an die Reaktion seiner Mannschaft in den damals verbliebenen drei Spielen im Mai. Sieben Punkte holte Werder da. "Wir haben direkt eine richtig gute Reaktion gezeigt", so der 45-Jährige. Vielleicht versteht es die Mannschaft ja, erneut eine solche Antwort zu geben. Bewiesen habe sie es in der Vergangenheit bereits, "dass sie da ist, wenn es deutlich enger und kritischer wird", erklärt Baumann.

Leistungsträger abgeben? "Nicht geplant"

Dass gegen Union mit Niclas Füllkrug zumindest ein und mit Davie Selke vielleicht sogar ein zweiter Hoffnungsträger nach ihren Ausfällen mal wieder zum Einsatz kamen, wird dabei sicher nicht schaden. Mit einem Comeback von Milot Rashica ist in Leverkusen jedoch noch nicht zu rechnen. "Richtung Augsburg" kann sich Baumann eine Kaderrückkehr vorstellen.

Dann wäre die Werder-Offensive zumindest quantitativ so gut bestückt, dass womöglich noch ein Abgang in der Wintertransferperiode zu verkraften wäre, der aufgrund der finanziellen Situation wohl auch nicht durch einen Zukauf aufgefangen würde. Beim als Verkaufskandidat gehandelten Yuya Osako gibt es bislang jedenfalls keine Bestreben für eine Veränderung - weder von Spieler-Seite, noch von einem möglichen interessierten Klub. Sollte Werder jedoch noch ein Leistungsträger abgeworben werden, für den es keinen gleichwertigen Backup im Kader gibt, würde man sich um Ersatz bemühen. Stand jetzt ist das laut Baumann aber "nicht geplant".

Tim Lüddecke

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