2. Bundesliga

Endo beim VfB Stuttgart: Aus dem Nichts an die Spitze

Stuttgart zieht die Kaufoption für den aus Belgien ausgeliehenen Japaner

Endo: Aus dem Nichts an die Spitze

Wataru Endo hat sich beim VfB Stuttgart im Eiltempo ganz oben etabliert.

Wataru Endo hat sich beim VfB Stuttgart im Eiltempo ganz oben etabliert. imago images

Als Endo kurz vor Schließung des Sommer-Transferfensters als Neuzugang verkündet wurde, waren die Fragezeichen groß. Was will der VfB mit einem defensiven Mittelfeldspieler, wenn er doch mit Santiago Ascacibar, Orel Mangala und Atakan Karazor schon über drei weitere, ähnliche Spielertypen verfügt? Heute sind die Schwaben froh, dass sie den Japaner vom VV St. Truiden ausgeliehen haben. Mehr noch. Demnächst will man die im Vertrag inkludierte Kaufoption über 1,7 Millionen Euro ziehen und ihn fest verpflichten.

"Wir werden die Option ziehen", erklärt Sven Mislintat. "Wir haben komplett das Heft des Handelns in der Hand. Erste Gespräche wurden schon geführt. Das lassen wir uns nicht entgehen, zumal die Kaufoption relativ niedrig ist."

Mislintat: "Toll, dass er da ist und diese Leistungen bringt"

Der Sportdirektor, der Endo entgegen des Willens von Ex-Trainer Tim Walter und deswegen auch so spät noch geholt hat, ist begeistert vom Defensivmann. "Er ist einfach als Spieler und als Persönlichkeit unheimlich wertvoll. Er ist einer dieser Anker, dieser Fixpunkte in unserem System. Egal, ob als Innenverteidiger oder als Sechser. Toll, dass er da ist und diese Leistungen bringt."

Endo, der "stille Leader"

Leistungen, die für sich sprechen. Der Nationalspieler ist mit dem kickerschnitt von 3,25 zusammen mit Daniel Didavi notenbester VfB-Profi unter den Spielern, die mehr als einen Einsatz absolviert haben. Alle 36 Minuten fängt er einen Pass ab, was ebenfalls spitze ist, wie auch 17 Zweikämpfe pro 90 Minuten, von denen er 56,1 Prozent gewonnen hat. "Beeindruckend" seien die Vorstellungen des 27-Jährigen, meint Mislintat, der Endo einen "stillen Leader" nennt.

Endo: "Ein Problem ist allenfalls, dass ich Rechtsfüßer bin und links spiele"

Zufriedenheit, die auch beim Mann aus dem Land der aufgehenden Sonne herrscht. Der WM-Fahrer von 2018 fühle sich in Stuttgart "sehr wohl. Vor allem im Stadion, das immer voll ist und eine überragende Atmosphäre hat", erklärte er nach dem 3:0 über Aue. Gegen die Sachsen bot Endo vor der Pause eine gute Partie in der Abwehr und nach Wiederanpfiff eine ganz starke im Mittelfeld. Auf seiner favorisierten Position im defensiven Mittelfeld. "Hinten zu spielen, ist kein Problem", meint der Asien-Cup-Gewinner von 2019. "Ein Problem ist allenfalls, dass ich Rechtsfüßer bin und links spiele. Das ist nicht einfach." Ansonsten sei es ihm "völlig egal, ob Sechser oder Innenverteidiger oder in der Dreierkette. Ich kann mich sehr schnell darauf einstellen."

George Moissidis

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