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Ende einer Ära: Payton tritt als Headcoach der Saints zurück

Nach 16 Jahren

Ende einer Ära: Payton tritt als Headcoach der Saints zurück

Nach 16 Jahren tritt Sean Payton als Headcoach der New Orleans Sainst zurück.

Nach 16 Jahren tritt Sean Payton als Headcoach der New Orleans Sainst zurück. imago images/Icon SMI

2006 übernahm Payton das Amt bei den Saints, im gleichen Jahr heuerte ein junger Quarterback namens Drew Brees in New Orleans an. In den kommenden Jahren sollten beide zu Erfolgsgaranten werden und die erfolgreichste Ära in der Geschichte der Saints prägen. Payton formte die zuvor notorisch erfolglose Franchise zu einem Topteam, Brees avancierte zu einem der besten Spielmacher aller Zeiten.

Rückkehr in den SuperDome: Payton und Brees schreiben Geschichte

Bereits das erste Jahr unter Payton ging in die Geschichte ein. Payton startete mit drei Siegen in Folge, was zuvor noch nie einem Saints-Coach gelungen war. Der dritte Sieg - das 23:3 über die Atlanta Falcons - gilt als das emotionalste Spiel in der Franchise-Geschichte: Denn es war die Rückkehr der Saints in den SuperDome, der ein Jahr zuvor beim verheerenden Hurrikan 'Katrina' teils zerstört worden war, aber auch den Menschen New Orleans als Zufluchts- und Rettungsort diente. Die Saints blieben anschließend in der Erfolgsspur und qualifizierten sich erstmals seit langer Zeit für die Play-offs, in denen in den Conference Finals bei den Chicago Bears (14:39) Endstation war. Payton wurde zum 'Coach of the Year' ernannte, Brees scheiterte bei der Wahl zum 'Most Valuable Player' nur knapp.

Drei Jahre später war es dann aber soweit. Nach einer 13:3-Bilanz in der regulären Saison überstanden die Saints auch die Play-offs und zogen in den Super Bowl XLIV in Miami ein. Dort bezwangen sie die Indianapolis Colts mit 31:17 und gewannen damit erstmals die Vince-Lombardi-Trophy. Die Saints blieben auch im neuen Jahrzehnt in der Erfolgsspur, doch zum ganz großen Wurf reichte es nicht mehr. Paytons Zahlen aber sind beeindruckend: Seine Bilanz lautet 161 Siege bei 97 Niederlagen. Insgesamt sieben Mal gewannen die Saints unter Payton die NFC South, dreimal zogen sie in das NFC-Conference-Final ein.

"In den letzten 16 Jahren hatte Sean Payton einen phänomenalen Einfluss auf die New Orleans Saints und die gesamte südliche Golf-Region", sagte Saints-Präsident Dennis Lauscha. "Wir sind dankbar für alles, was Sean dieser Organisation und dieser Stadt gegeben hat, und ich wünsche ihm und seiner lieben Frau Skylene meine besten Wünsche für die Zukunft", sagte Saints-Eigner Gayle Benson.

Schatten der Vergangenheit: "Bounty-Skandal" im Jahr 2012

Allerdings fiel in die glanzvolle Ära Paytons in New Orleans auch ein dunkler Schatten: Im März 2012 wurde Payton für die kommende Saison gesperrt, die Saints zu einer Strafe von 500.000 Dollar verurteilt. Erstmals wurde damit in der NFL ein Headcoach für eine ganze Saison gesperrt. Zuvor war bekannt geworden, dass die  Saints ein "Bounty-System" installiert hatten, mit dem sie die eigenen Verteidiger zu überharten Aktionen gegen gegnerische Spieler anstachelten. Denn aus einem Topf, in den die Spieler zuvor selbst eingezahlt hatten, wurde "Kopfgeld" für Aktionen gezahlt, die zu Verletzungen, Beeinträchtigungen oder dem Ausscheiden von Gegenspielern führten. Zwar galt der damalige Defensive-Coordinator Gregg Williams als Hauptschuldiger, doch Payton als der Verantwortliche im Coaching-Staff wurde ebenfalls verurteilt.

Payton hatte bei den Saints ursprünglich noch einen Vertrag bis zum Ende der Saison 2024. Wer auf ihn nun folgt, steht noch nicht fest. Laut US-amerikanischen Medien gilt Defense-Coordinator Dennis Allen als Kandidat auf den vakanten Posten.

jer

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