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Empörung über Klinsmann-Kommentare - Queiroz fordert Rücktritt

Queiroz spricht von "Schande für den Fußball" und fordert FIFA-Rücktritt

Empörung über Klinsmann-Kommentare

Jürgen Klinsmann (li.) hat Carlos Queiroz gegen sich aufgebracht.

Jürgen Klinsmann (li.) hat Carlos Queiroz gegen sich aufgebracht. imago images/Getty Images

Jürgen Klinsmann ist bei der WM 2022 in verschiedenen Rollen aktiv: als TV-Experte und als Mitglied der Technischen Studien-Gruppe, die im Auftrag der FIFA deren Wettbewerbe hinsichtlich der Entwicklung des Fußballs analysiert. Nun soll die eine Rolle Folgen für die andere haben - fordert zumindest Irans Nationaltrainer Carlos Queiroz.

Denn: Beim WM-Spiel zwischen Wales und dem Iran am Freitag (0:2) hatte Klinsmann in der BBC angedeutet, dass unfaires Spiel und das permanente Bearbeiten des Schiedsrichter-Gespanns Teil der iranischen Kultur seien. Nun forderte ihn Queiroz deshalb zum Rücktritt von dessen FIFA-Amt auf.

Queiroz: "Natürlich erwarten wir, dass Sie zurücktreten"

"So sehr ich auch respektieren kann, was Sie auf dem Spielfeld getan haben, diese Bemerkungen über die iranische Kultur, die iranische Nationalmannschaft und meine Spieler sind eine Schande für den Fußball", schrieb Queiroz in einem langen Statement auf Instagram.

Darin lädt der 69-jährige Portugiese Klinsmann ins iranische Teamquartier ein, "um mit den Spielern in Kontakt zu kommen und von ihnen etwas über das Land, die Menschen im Iran, die Dichter und die Kunst, die Algebra und die tausendjährige persische Kultur zu erfahren. Und auch von unseren Spielern zu hören, wie sehr sie den Fußball lieben."

Gleichzeitig verfolge man nun "mit großer Aufmerksamkeit", wie die FIFA mit Klinsmanns Rolle in der Technischen Studien-Gruppe verfahre. "Denn wir erwarten natürlich, dass Sie zurücktreten, bevor Sie unser Camp besuchen." Auch der iranische Verband forderte inzwischen in einem Statement eine Entschuldigung von Klinsmann und bat den Weltverband um Klärung.

Auch mit Aussagen über den Schiedsrichter eckt Klinsmann an

Klinsmann hatte über das Verhalten der iranischen Spieler und der Trainerbank beim Sieg über Wales gesagt: "Das ist kein Zufall, das ist alles beabsichtigt. Es ist Teil ihrer Kultur und ihrer Spielweise, sie haben den Schiedsrichter perfekt bearbeitet. Die Bank ist immer aufgesprungen und hat den Linienrichter und den vierten Offiziellen an der Seitenlinie bearbeitet. Sie sind ständig in deinem Ohr und vor deinem Gesicht. Das ist ihre Kultur, sie sorgen dafür, dass du deinen Fokus und deine Konzentration verlierst."

Gleichzeitig erklärte Klinsmann, dass den Iranern dabei zugutegekommen sei, dass "ein guatemaltekischer Schiedsrichter" die Partie geleitet habe. "Mit einem anderen Schiedsrichter wäre es ein großer Unterschied gewesen."

Diese Kommentare hatten in den sozialen Medien nicht nur bei iranischen Fußballfans große Empörung hervorgerufen - zumal keiner der anderen Studiogäste widersprach.

Klinsmann kündigt Anruf bei Queiroz an

Inzwischen meldete sich auch Klinsmann noch einmal zu Wort. "Es gab Dinge, die aus dem Zusammenhang gerissen wurden. Ich werde versuchen, ihn anzurufen und die Dinge zu beruhigen", sagte er über Queiroz und betonte, diesen oder die "iranische Bank" "nie" kritisiert zu haben: "Ich habe nur ihr emotionales Verhalten beschrieben, das in gewisser Weise sogar bewundernswert ist. Die ganze Bank lebt das Spiel. Sie springen auf und ab, und Carlos ist ein sehr emotionaler Trainer, der ständig an der Seitenlinie steht und versucht, seinen Spielern seine ganze Energie" zu geben.

jpe

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