2. Bundesliga

Emotionaler Abschied von Uwe Seeler

5000 Gäste, einige Tränen und ein Plädoyer für "eine Skulptur seines Herzens"

Emotionaler Abschied von Uwe Seeler

Rund 5000 Gäste kamen zur Trauerfeier für Uwe Seeler im Hamburger Volksparkstadion.

Rund 5000 Gäste kamen zur Trauerfeier für Uwe Seeler im Hamburger Volksparkstadion. IMAGO/Oliver Ruhnke

Die Liste der prominenten Gäste war lang und hochkarätig. Bundeskanzler Olaf Scholz ist gekommen, dazu Gesichter der Hansestadt wie die ehemaligen Tageschau-Legenden Jo Brauner und Dagmar Berghoff, außerdem Carlo von Tiedemann, Reinhold Beckmann, Otto Waalkes, Rolf Zuckowski. Aus dem Fußball erwiesen unter anderem Hansi Flick, Oliver Bierhoff, Oliver Kahn, Philipp Lahm und Rudi Völler die letzte Ehre, dazu zahlreiche HSV-Legenden wie Felix Magath, Horst Hrubesch, Manfred Kaltz, Uli Stein, Rudi Kargus oder Jimmy Hartwig. Oke Göttlich, der Präsident vom Stadtnachbarn St. Pauli, fuhr auf dem Fahrrad vor. Rund 5000 Gäste machten die Trauerfeier zur größten, die es in der Hansestadt bislang geben hat.

Viele von ihnen waren zu Tränen gerührt als die Redner einfühlsam an die am 21. Juli im Alter von 85 Jahren verstorbene Legende erinnerten. "Seine Charakterstärke", sagte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher in seiner Rede, "kann uns auch in Zukunft Orientierung geben und den Weg weisen, in guten wie in schlechten Zeiten. Hamburg verliert mit Uwe Seeler ein Stück von sich selbst, eine außerordentliche hanseatische Persönlichkeit und einen ganz besonderen Ehrenbürger."

Es gibt Lücken, die lassen sich nicht schließen.

DFB-Präsident Bernd Neuendorf bei der Trauerfeier für Uwe Seeler

Bewegende Worte fand auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf, der daran erinnerte, dass Seeler mit der Nationalelf der WM-Triumph verwehrt blieb: "Die größten Titel gewinnt man nicht, man bekommt sie verliehen von den Menschen. ,Uns Uwe‘ war sein Titel, der alle Anerkennung ausdrückte." Neuendorfs Resümee unter donnerndem Applaus: "Es gibt Lücken, die lassen sich nicht schließen."

Vom HSV war die komplette Mannschaft samt Trainerstab anwesend, stellvertretend für die heutige Generation, fand Sportvorstand Jonas Boldt einfühlsame Worte, strich wie seine Vorredner nicht nur den Fußballer, sondern vor allem auch den Menschen Seeler heraus und rührte die Gäste: "Vor unserem Stadion steht Dein Bronzefuß, Uwe. Man hätte auch eine Skulptur Deines Herzens hinstellen können."

Zum Abschluss gab es eine neue Version des Heidi-Kabel-Klassikers, der ebenfalls stilecht war und einen würdigen Rahmen bildete: "In Hamburg sagt man Tschüss…"

Sebastian Wolff

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