Bundesliga

Elez und die Miro-Klose-Schule

Hannovers Neuzugang erlebte in Rom den früheren Nationalstürmer

Elez und die Miro-Klose-Schule

Miroslav Klose und Josip Elez

Kennen sich von Lazio Rom: Miroslav Klose und Josip Elez. imago/picture alliance

Als das Thema auf Miroslav Klose kommt, gerät der sonst zurückhaltende Mann ins Schwärmen. Im Training bei Lazio Rom, wohin Josip Elez bereits als Juniorenspieler gewechselt war, kam es schon mal zum Duell mit dem Weltmeister von 2014 und WM-Rekordtorschützen. "Von Miro Klose", sagt der Kroate, "habe ich viel gelernt. Man durfte ihn nie aus den Augen verlieren. Obwohl er in seiner Karriere schon alles erreicht hatte, hat er in jedem Training Vollgas gegeben." Der Stürmer wurde so zum Vorbild des Verteidigers. "So", sagt Elez, "gehe ich auch in jedes Training."

Seit dieser Woche tut er dies bei Hannover 96. Die Niedersachsen stellen die bereits sechste Profistation des 23-Jährigen dar - eine beachtliche Anzahl. Elez, der aus dem Nachwuchs von Hajduk Split stammt, spielte in Italien (Lazio, FC Grosseto), Ungarn (Honved Budapest), Dänemark (Aarhus GF) und zuletzt wieder in der Heimat bei HNK Rijeka, wo er die kroatische Meisterschaft gewann. "Ich wollte mich immer verbessern", sagt Elez zu seinen zahlreichen Klubs. "Für jeden Spieler ist es wichtig, Erfahrungen zu sammeln."

Ich habe Geduld und weiß, dass es nicht von heute auf morgen geht.

In Hannover und der Bundesliga will er nun ankommen. "Ich habe Geduld und weiß, dass es nicht von heute auf morgen geht. Ich habe einen Plan und werde daran arbeiten." Gleichwohl will der Verteidiger am liebsten schon in der Rückrunde eine wichtige Rolle in der 96-Abwehrzentrale übernehmen. "Ich will möglichst viele Spiele machen und möglichst viele Spiele gewinnen." Am Dienstag feierte Elez im Test gegen Paderborn (4:1) sein Debüt für Hannover, beim Gegentor sah er jedoch reichlich schlecht aus . "Das", sagt er, "nehme ich auf meine Kappe."

Da muss es in Zukunft schon besser laufen, damit sich der Traum von der kroatischen Nationalmannschaft erfüllt. Diverse U-Länderspiele, darunter zwei für die U 21 seines Landes, sind bislang notiert, den Sprung nach ganz oben aber hat Elez noch nicht geschafft. Deswegen ist die WM im Sommer gedanklich in weiter Ferne. "Das ist noch gar nicht so in meinem Kopf", sagt der Innenverteidiger, "die Konkurrenz ist groß. Die Nationalmannschaft wird eines Tages kommen - wenn ich meinen Job erledige." Die Miro-Klose-Schule hat dabei sicher nicht geschadet.

Thomas Hiete