Int. Fußball

Afrika-Cup: Tunesiens Spiel wird zweimal zu früh abgepfiffen

Referee aus Sambia beim Afrika-Cup im Fokus - Einspruch könnte folgen

Eklat um zwei zu frühe Pfiffe - Tunesiens Spieler schon in der Eistonne?

Steht mächtig in der Kritik: Referee Janny Sikazwe.

Steht mächtig in der Kritik: Referee Janny Sikazwe. AFP via Getty Images

Der sambische Schiedsrichter Janny Sikazwe hat beim Vorrundenspiel des Afrika-Cup zwischen Tunesien und Mali gleich mit zwei skurrilen Entscheidungen für einen Skandal gesorgt. Der 42 Jahre alte Unparteiische pfiff die Partie in Gruppe F zum Beispiel gleich zweimal ab - und beide Male zu früh.

Zunächst blies der Referee in der 86. Minute beim Stand von 1:0 für Mali in seine Pfeife, bemerkte seinen Fehler nach Protesten der tunesischen Seite dann aber, entschuldigte sich und ließ mit Schiedsrichterball zunächst weiterlaufen. Der endgültige Abpfiff der Begegnung im kamerunischen Limbe erfolgte nach 89:45 Minuten und damit 15 Sekunden zu früh - keine Nachspielzeit, nichts. Und das, obwohl zwischenzeitlich noch Malis Mittelfeldspieler El Bilal Touré in der 87. Minute die Rote Karte gesehen hatte und das Spiel wegen des VAR-Einsatzes ziemlich lange unterbrochen war.

Trainersteckbrief Kebaier

Kebaier Mondher

Trainersteckbrief Magassouba

Magassouba Mohamed

Spielersteckbrief Koné
Koné

Koné Ibrahima

Spielersteckbrief Khazri
Khazri

Khazri Wahbi

Spielersteckbrief Touré
Touré

Touré El Bilal

Spielersteckbrief A. Haidara
A. Haidara

Haidara Amadou

Spielersteckbrief Samassekou
Samassekou

Samassekou Diadie

Spielersteckbrief Skhiri
Skhiri

Skhiri Ellyes

Afrika-Cup - Vorrunde 1. Spieltag
Afrika-Cup - Tabelle - Gruppe A
Pl. Verein Punkte
1
Kamerun Kamerun
3
Nigeria Nigeria
3
Gabun Gabun
3

Die Folge: wütende Proteste von Seiten der Tunesier, dem Gewinner des Afrika-Cup von 2004. Trainer Mondher Kebaier fuchtelte gar hektisch mit seiner Uhr vor der Nase der Offiziellen herum. Das Gespann musste angesichts des Zorns der "Adler von Karthago" unter dem Schutz von Sicherheitskräften das Spielfeld verlassen.

Koné trifft vom Punkt, Khazri scheitert

Etwa eine halbe Stunde später, die Pressekonferenz war bereits mit Malis Mohamed Magassouba in vollem Gange, schien das Spiel wieder aufgenommen zu werden. Der Trainer wurde von den Offiziellen informiert, erhob sich vom Stuhl und schritt wieder zurück in den Innenraum. Auch seine Schützlinge um die Bundesliga-Profis Amadou Haidara von RB Leipzig und Diadie Samassekou (TSG Hoffenheim) kehrten auf das Spielfeld zurück, um die letzten Sekunden der regulären Spielzeit und eine mögliche Nachspielzeit zu bestreiten.

Die Tunesier mit dem Kölner Ellyes Skhiri blieben jedoch in der Kabine, niemand kam - was auf einen Protest hindeuten könnte. Eine Fortsetzung der Begegnung gab es somit doch nicht. Und Malis Magassouba begab sich entnervt zurück zur Pressekonferenz.

Das einzige Tor der nicht ganz 90 Minuten erzielte Malis Mittelstürmer Ibrahima Koné per Elfmeter in der 48. Minute. Tunesiens Kapitän Wahbi Khazri scheiterte im Auftaktspiel seines Teams dagegen seinerseits vom Strafstoßpunkt (77.).

In 30 Jahren in diesem Geschäft habe ich so etwas noch nie gesehen.

Tunesiens Trainer Mondher Kebaier

"In 30 Jahren in diesem Geschäft habe ich so etwas noch nie gesehen", wetterte Nationalcoach Kebaier hinterher. "Seine Entscheidung ist unerklärlich. Wir werden sehen, was jetzt passiert." Als das Kommando kam, auf den Platz zurückzukehren, seien seine Spieler jedenfalls "bereits in den Eisbädern" gewesen, weswegen es nicht mehr zur wiederholten Spielaufnahme kam.

Der Name Sikazwe kam übrigens nicht das erste Mal in einem kontinentalen Wettbewerb auf den Tisch: Der Schiedsrichter war bereits einmal nach einem Spiel der afrikanischen Champions League wegen "Korruptionsverdachts" gesperrt worden, wie es in der damaligen Mitteilung des Kontinentalverbandes CAF hieß. Die Suspendierung wurde jedoch aufgrund fehlender Beweise wieder aufgehoben.

mag/sid