2. Bundesliga

Eklat statt Lösung: "Sehr schlechte" Stimmung bei 1860

1860: Krisentreffen zwischen Investor Ismaik und Verein gescheitert

Eklat statt Lösung: "Sehr schlechte" Stimmung bei 1860

1860-Investor Hasan Ismaik ist ziemlich bedient: "Ich kann mit diesen Leuten nicht zusammenarbeiten."

1860-Investor Hasan Ismaik ist ziemlich bedient: "Ich kann mit diesen Leuten nicht zusammenarbeiten." picture-alliance

"Ich kann mit diesen Leuten nicht mehr zusammenarbeiten. Die Sitzung ist sehr schlecht verlaufen, ich werde zur DFL gehen", äußerte er in Richtung 1860-Präsidium. Ismaik hatte zuletzt den erst im Mai beschlossenen Dreijahresplan der Löwen aufgekündigt und das Ziel Bundesliga-Aufstieg früher als ursprünglich abgemacht ins Auge gefasst.

Die Vereinschefs wollen gleichwohl nicht zu viel Risiko eingehen, bremsen den forschen Ismaik - und bringen ihn gegen sich auf. Das Krisentreffen sollte eine Einigung herbeiführen, nun aber scheint das Verhältnis zerrütteter denn je.

Wie die Vereinsführung berichtete, habe Ismaik indirekt damit gedroht, den finanziell angeschlagenen Sechzigern den Geldhahn zuzudrehen. "Wir haben versucht, Ismaik dazu zu bringen, die ihm Rahmen des Dreijahresplans vereinbarten Zahlungen zu gewährleisten. Das hat er abgelehnt", sagte Präsident Dieter Schneider. Der Investor sei auch nicht bereit gewesen, Zahlungen zu gewährleisten, die eine offensivere Aufstiegsstrategie betreffen. Wie Schneider weiter berichtete, habe Ismaik zudem "personelle Einflussnahmen gefordert, die weit über das von der DFL erlaubte Maß hinausgehen".

Ismaik fordert eine Abkehr vom Sparkurs, personelle Veränderungen in der Klubführung und Verstärkungen für die Mannschaft, die als Tabellensechster fünf Punkte hinter dem Relegationsplatz liegt. Zudem wird Ismaik nachgesagt, 1860-Coach Alexander Schmidt durch den früheren englischen Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson ersetzen zu wollen. Die Vereinsführung weigert sich jedoch bislang, neue Schulden zu machen.

Ich kann nicht mehr mit Herrn Schneider zusammenarbeiten. Er ist nicht ehrlich. Das geht nicht mehr.

1860-Investor Hasan Ismaik über TSV-Präsident Dieter Schneider

Der Geldgeber reagierte jüngst mit einer Medienoffensive und forderte unverblümt den Rücktritt von 1860-Präsident Dieter Schneider - der hatte einen solchen Schritt aber abgelehnt. "Ich kann nicht mehr mit Herrn Schneider zusammenarbeiten. Er ist nicht ehrlich. Das geht nicht mehr", hatte Ismaik zu Beginn seines ersten Besuchs in München seit acht Monaten gesagt: "Ich hoffe, dass er zurücktritt. Wir werden sehen."

Schneider hofft: "Wenn sich die Emotionen gelegt haben ..."

Offenbar aber verzichtete Ismaik im direkten Gespräch mit der Vereinsspitze darauf, den Rücktritt von Schneider zu verlangen. "Eine Forderung, Herrn Schneider abzulösen, ist Herrn Ismaik nicht über die Lippen gekommen", sagte Vizepräsident Wolfgang Hauner. Löwen-Boss Schneider hofft trotz der Eskalation auf eine Einigung mit dem Investor. "Wenn sich die Emotionen gelegt haben, sieht man ein bisschen klarer. Vielleicht kann man dann doch noch zu einem Kompromiss kommen", sagte er.

Ismaik war im Mai 2011 mit zunächst 18,4 Millionen Euro bei den Löwen eingestiegen und hatte den Verein damals vor dem finanziellen Aus bewahrt.