Bundesliga

Jurgen Ekkelenkamps Vorbilder: Sneijder und van der Vaart

Herthas neuer Niederländer will seinen Traum-Start bestätigen

Ekkelenkamps Vorbilder: Sneijder und van der Vaart

Will weiter für Furore sorgen: Jurgen Ekkelenkamp.

Will weiter für Furore sorgen: Jurgen Ekkelenkamp. imago images/Matthias Koch

Er war bereit zum Wechsel, und was er von seinem Landsmann Deyovaisio Zeefuik hörte, bestärkte ihn noch in seiner Absicht. "Deyo hat mir nur Gutes über Hertha erzählt", sagt Jurgen Ekkelenkamp. Das Problem im Sommer 2020: Ajax ließ den Mann, der sich mit Hertha schon einig war, nicht ziehen. Erst Ende August 2021 bekam der offensive Mittelfeldspieler nach einem zähen Poker grünes Licht von Ajax, das etwa drei Millionen Euro Ablöse für das Eigengewächs einstrich.

Acht Jahre Ajax haben Ekkelenkamp geprägt. "Dort wird ein sehr technischer Fußball gespielt", sagt er. "In Deutschland geht es mehr ums Laufen und um harte Arbeit." Im Idealfall will er beides zusammenbringen, die harte Arbeit und seine spielerisch-kreativen Qualitäten. Bei Jong Ajax hatte er prominente Trainer: Michael Reiziger, Winston Bogarde, Richard Witschge. "Das sind große Namen, die alle bei Barca gespielt haben und von denen ich viel lernen konnte", sagt Ekkelenkamp, der zwei Landsmänner, beides Ajax-Gewächse wie er, als Vorbilder nennt: "Wesley Sneijder und Rafael van der Vaart."

Tore zu schießen und vorzubereiten, das ist wirklich eine meiner speziellen Stärken.

Jurgen Ekkelenkamp

Sein neuer Trainer Pal Dardai hat nur wenige Tage der Zusammenarbeit gebraucht, um ein Urteil abzugeben, das für die Zukunft viel verspricht: "Jurgen hat etwas Besonderes. Er ist ein sehr intelligenter Fußballer. An ihm werden wir viel Freude haben: strategische Pässe, Vorlagen, dazu noch Torgefahr." Die Freude begann gegen Fürth am vergangenen Freitag, als der niederländische U-21-Nationalspieler nur 87 Sekunden nach seiner Einwechslung einen von Marton Dardai getretenen Eckball per Kopf zum 1:1 ins Tor wuchtete und später beim Siegtor den Fürther Eigentorschützen Maximilian Bauer entscheidend bedrängte.

"Ich bin ein Teamplayer, arbeite hart für die Mannschaft und bin wichtig durch Tore und Assists. Tore zu schießen und vorzubereiten, das ist wirklich eine meiner speziellen Stärken", sagt der 1,88 Meter große Ekkelenkamp, der Anfang des Monats auch für die niederländische U21 in der EM-Qualifikation gegen Moldawien (3:0) getroffen hatte.

Einer von 28

Im ersten Bundesliga-Spiel für Hertha gleich ein Tor - das gelang vor ihm 27 weiteren Profis, zuletzt in der Vorwoche Myziane Maolida beim 3:1-Sieg in Bochum und am 1. Spieltag in Köln (1:3) Stevan Jovetic. Manche derer, die zum Einstand trafen, spielten sich später in den Rang von Klub-Legenden: Uwe Kliemann und Karl-Heinz Granitza in den 70er Jahren beispielsweise, später auch Marko Pantelic. Bei anderen, deren Zeit bei Hertha derart hoffnungsvoll begann, ging die Kurve nach dem Tor im Premieren-Spiel eher nach unten: Uwe Rahn, Piotr Reiss und Theofanis Gekas verließen die Stadt relativ zügig wieder.

Ekkelenkamp sagt über seinen Traum-Start gegen den Aufsteiger: "Es war ein wunderbarer Moment gegen Fürth. Wenn du innerhalb von zwei Minuten gleich triffst, fühlst du dich wirklich glücklich. Das gibt weiteres Selbstvertrauen." Seine Reise im neuen Land und der neuen Liga geht jetzt weiter, am Samstag in Leipzig winkt ihm als Achter an der Seite von Suat Serdar erstmals ein Startelf-Ticket.

Seinen neuen Klub wähnt der offensive Mittelfeldspieler nach dem verkorksten Saisonstart inzwischen auf einem guten Weg: "Die ersten Saisonwochen waren schwierig. Einige Spieler kamen noch, einige gingen noch weg zu anderen Klubs. Jetzt haben wir ein Team, in dem jeder hier bleiben will, eines mit mehr Chemie. Das ist wichtig." Sein Vertrag geht bis 2025, sein Gefühl ist gut: "Eine tolle Stadt, ein wunderbarer Klub, eine starke Liga. Ich spüre das Vertrauen des Trainers. Es ist ein guter Schritt für mich."

Steffen Rohr

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