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"Einmal durchatmen und positiv bleiben"

Wolfsburgs Resthoffnung auf den Meistertitel bleibt

"Einmal durchatmen und positiv bleiben"

Nach dem 1:1 gegen Bayern München benötigen die Wolfsburgerinnen einen Ausrutscher der Konkurrenz für den Meistertitel.

Nach dem 1:1 gegen Bayern München benötigen die Wolfsburgerinnen einen Ausrutscher der Konkurrenz für den Meistertitel. imago images

"Im Gegensatz zu den Bayern haben wir noch ein Pokalfinale", so die 30-Jährige, die gegen Bayern nach ihrer Babypause erst ihr zweites Saisonspiel bestritt und in Vertretung für die mit Knieproblemen angeschlagene Alexandra Popp das Team als Kapitänin aufs Feld geführt hatte. Nun gelte es also, die restlichen drei Saisonspiele - inklusive dem Finale gegen Eintracht Frankfurt - zu gewinnen. Um dann mindestens einen, im Idealfall bei einem Ausrutscher der Bayern vielleicht sogar zwei Titel zu holen.

Schult verhehlt nicht, dass das Team nach der verpassten Chance auf die Tabellenführung "frustriert und enttäuscht" sei. Vor allem, weil Wolfsburg in der ersten Hälfte eigentlich deutlich mehr im Vorwärtsgang agiert hatte. "Wir waren ein bisschen mehr am Drücker und haben dann aus einer Standardsituation das Gegentor bekommen", so Schult, die ein wenig mit der fehlenden Reaktion des Teams hadert: "Wir hätten in der ersten Halbzeit meiner Meinung nach schon ausgleichen müssen, dann wäre es vielleicht noch einmal enger geworden."

Huth: "Weiterhin Vollgas geben"

Svenja Huth attestierte ihren Mitspielerinnen immerhin eine "gute Moral": "Wir haben immer weiter auf das Tor gespielt und noch den Ausgleich geschafft. Das spricht für die Mannschaft, gerade gegen eine Mannschaft wie Bayern München." Und wie Schult will sie die Hoffnung nicht aufgeben: "Bayern muss noch gegen Leverkusen und Frankfurt spielen. Das sind keine einfachen Gegner. Wir müssen einfach weiter unsere Hausaufgaben machen, hoffen bis zum letzten Spieltag und weiterhin Vollgas geben."

Auch Trainer Stephan Lerch sprach von "gemischten Gefühlen". Eigentlich sei Wolfsburg bis zur 81. Minute raus aus dem Meisterschaftsrennen gewesen. Nach dem Ausgleich habe man die Hoffnung gehabt, noch "den Lucky Punch zu setzen, um das zu drehen". Am Ende sei das nicht mehr gelungen, "und deswegen sind es gemischte Gefühle".

Ausfall von Popp wiegt schwer

Der Ausfall von Alexandra Popp mag das Team ein wenig belastet haben, auch wenn sich alle bemüht hätten, die Lücke zu schließen. "Wenn in so einem Spiel dann die Kapitänin fehlt, dann schüttelt man das nicht einfach mal so weg", so der Coach. "Unserem Spiel hätte es natürlich auch gutgetan, sie auf dem Platz zu haben wegen ihrer Kopfballpräsenz und bei Standardsituationen", so Lerch weiter.

Insgesamt habe das Team aber eine gute Leistung gezeigt: "Wenn wir auf unsere Leistung schauen, muss ich der Mannschaft auch ein Kompliment aussprechen. Wir haben finde ich ein wirklich gutes Spiel gemacht und hatten auch viele gute Möglichkeiten. Leider haben wir es nicht geschafft, in den entscheidenden Momenten uns zu belohnen."

Konkret haderte er mit der mangelnden Chancenverwertung in der 43. Minute, als Ingrid Engen allein aufs gegnerische Tor zulief, aber zu lange zögerte. Oder in der 69. Minute, als Ewa Pajor bereits den Ausgleich erzielen hätte können, ihr vor dem Tor aber der Ball versprang. "Das sind so Momente, die solltest du auf so einem Niveau dann auch nutzen", so Lerch. Einstellung und Zweikampfverhalten habe jedoch gestimmt. Nun gelte es, "einmal durchzuatmen und weiter positiv bleiben". Und auf einen Patzer der Konkurrenz zu hoffen...

sam