Handball

Handball: Die Olympia-Entscheidungen Gislasons überraschen

Kein Platz für Kastening, Heymann & Co.

Einige Olympia-Entscheidungen Gislasons überraschen

Ein Duo, das Alfred Gislason (Mitte) nicht für Olympia vorsieht: Sebastian Heymann (li.) und Timo Kastening.

Ein Duo, das Alfred Gislason (Mitte) nicht für Olympia vorsieht: Sebastian Heymann (li.) und Timo Kastening. imago images (3)

Mit Abschluss der Saison 2023/24, die durch ein aus deutscher Sicht wenig erfolgreiches Final Four in der Champions League beschlossen wurde, rücken die Olympischen Spiele in den Fokus. Bundestrainer Alfred Gislason berief am Montag 17 Spieler, mit denen er die Vorbereitung auf das Großereignis in Paris angeht.

Und einige Entscheidungen des Isländers überraschten dann doch. Mit Blick auf den EM-Kader und das Aufgebot, das die Olympischen Spiele beim Qualifikationsturnier in Hannover erst möglich machte, nahm Gislason einige Veränderungen vor.

Während die Plätze im Tor, auf Linksaußen und am Kreis fest vergeben sind, scheinen andere Positionen weitaus unsicherer. Im linken Rückraum beispielsweise ist im Vergleich zur Heim-EM kein Platz mehr für Sebastian Heymann (Frisch Auf Göppingen), Philipp Weber (SC Magdeburg) und Martin Hanne (TSV Hannover-Burgdorf).

Lediglich Gummersbachs Kapitän Julian Köster ist bei Gislason unantastbar, ihm an die Seite gestellt wird der 20-jährige Marko Grgic (ThSV Eisenach), der erst im Mai in der deutschen Handball-Nationalmannschaft debütiert hatte.

Witzke vor Lichtlein - Hornke rutscht neu rein

Auf der Mitte erhielt Leipzigs Spielmacher Luca Witzke den Vorzug vor Nils Lichtlein von den Füchsen Berlin, MVP der U-21-WM im vergangenen Sommer und jüngst zum "besten Nachwuchsspieler" der Bundesliga-Saison 2023/24 gekürt.

Auch auf der rechten Seite gibt es ordentlich Rotation: Den Platz von Routinier Kai Häfner nimmt Leipzigs Linkshänder Franz Semper ein, Christoph Steinert ist nach einer durchwachsenen Saison mit dem HC Erlangen ebenso gesetzt wie der bei der Olympia-Qualifikation überragende U-21-Weltmeister Renars Uscins.

Auf Rechtsaußen baute Gislason bei der EM-Nominierung noch auf Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen, fehlte dann verletzt) und Timo Kastening (MT Melsungen), für die Olympia-Quali neben Kastening auf den baldigen Kieler Lukas Zerbe (TBV Lemgo Lippe). In Paris aber soll nun Magdeburgs Rechtsaußen Tim Hornke spielen - Steinert könnte für ihn den Back-up geben.

Kastening & Co. auf der 35er-Liste

Bis 8. Juli muss Gislason entscheiden, mit welchen 14 Spielern er ins Olympia-Turnier starten will - und wie die jeweiligen drei Reserveplätze belegt werden. Nach besagtem Termin sind in der 14+3-Formation nur noch aus Verletzungsgründen Änderungen zulässig.

Dann kommt der 35er-Kader ins Spiel, auf den Gislason zurückgreifen darf. Alle oben thematisierten Spieler, die es nicht ins "Paris-Aufgebot" schafften, stehen auf dieser Liste. Während Olympia hat Gislason dann drei Wechseloptionen mit der bei der technischen Besprechung endgültig fixierten 14+3-Formation.

msc

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