2. Bundesliga

Wie geht es weiter beim SV Werder Bremen mit Augustinsson?

Rückkehr ins Werder-Training

Eingliederung des Wechselwilligen: Wie geht es weiter mit Augustinsson?

Werder Ludwig Augustinsson möchte die Bremer gerne verlassen.

Werder Ludwig Augustinsson möchte die Bremer gerne verlassen. nordphoto GmbH / Straubmeier

Der Sonderurlaub, den Ludwig Augustinsson Ende Juni nach dem Ausscheiden mit der schwedischen Nationalmannschaft im EM-Achtelfinale gegen die Ukraine (1:2 nach Verlängerung) angetreten hatte, ist vorbei. Am Dienstag traf der 27-Jährige wieder in Bremen ein, am Mittwoch wird er die leistungsdiagnostischen Tests absolvieren, am Donnerstag ist die Eingliederung ins Mannschaftstraining vorgesehen - zwei Tage vor dem Saisonstart in der 2. Liga gegen Hannover 96, für den er sicherlich keine Rolle spielen dürfte.

Eigentlich ist Augustinsson ein Spieler, der die Qualität beim SV Werder schlagartig erhöhen würde, zumal der Bremer Kader mit den Linksverteidigern Felix Agu (der jedoch auch rechts spielen könnte) und Kyu-Hyun Park auf seiner Position eher dünn besetzt ist. Doch neben der Tatsache, dass der Schwede eine komplette Sommer-Vorbereitung aufholen und die Vorstellungen des neuen Trainers Markus Anfang erst einmal verinnerlichen müsste, sind da noch die persönlichen Ansichten Augustinssons, die eine Zukunft im Verein schwierig machen könnte.

Augustinsson: "Ich habe höhere Ambitionen, als in der 2. Liga zu spielen"

Der 36-malige Nationalspieler hatte während der EM so deutlich wie kein anderer der Bremer Verkaufskandidaten geäußert, dass er plant, den Klub verlassen zu wollen. Wörtlich sagte er: "Ich habe höhere Ambitionen, als in der 2. Liga zu spielen. Ich würde gern in einer Top-Liga auf hohem Niveau spielen, und ich denke, dass ich das noch viele Jahre tun werde." Nur ist bislang noch kein Verein an Werder herangetreten, um ihm diesen Wunsch zu erfüllen. Zuletzt war Augustinsson mit einem Wechsel nach Italien in Verbindung gebracht worden, auch die spanische Liga würde ihm zusagen, ließ er bei der EM gegenüber "Marca" wissen.

Verständnis von Baumann und Fritz

In Bremen steht der Linksverteidiger noch ein Jahr unter Vertrag, und nicht überall im Klub sind seine ausformulierten Abgangsgedanken so gut angekommen wie seinerzeit bei Sportchef Frank Baumann, der Mitte Juni verständnisvoll anmerkte, dass Augustinsson "auch im Erstligaszenario den nächsten Schritt" hätte machen wollen. Auch Clemens Fritz, Werders Leiter Profifußball, sagt nun: "Wir können verstehen, dass Ludde den Anspruch hat, 1. Liga zu spielen."

Andererseits verweist er in diesem Zusammenhang auch auf andere Bremer Profis, die trotz eines möglichen Wechselwunsches aktuell weiterhin für Werder auflaufen; bislang wurde lediglich für Milot Rashica mit Premier-League-Aufsteiger Norwich City ein erstklassiger Abnehmer gefunden. "Die Situation ist wie bei allen anderen auch. Er besitzt einen Vertrag bei uns", so Fritz. Bei Werder wolle man sich jedoch noch in dieser Woche mit der Augustinsson-Seite zusammensetzen.

Was wird aus Osako?

Noch immer muss der Bundesliga-Absteiger stattliche Transfereinnahmen realisieren, und ein Wechsel des laut transfermarkt.de wertvollsten Spielers (10 Millionen Euro) würde dabei wohl am aussichtsreichsten erscheinen. "Wir sind bereit, in den Austausch zu gehen", erklärt der 40-Jährige, "aber es muss für beide Seiten etwas Passendes dabei sein." Bis dato war das nicht der Fall. Ebenso wie bei Yuya Osako. Nachdem japanische Medien von einem Interesse von Vissel Kobe am 31-Jährigen berichteten, gibt es bei Werder noch keine offiziellen Anzeichen, zumal Fritz sagt: "Ich weiß, dass er sich mit seiner Familie in Europa sehr wohlfühlt."

Tim Lüddecke

Diese Zweitliga-Sommerneuzugänge stehen bislang fest