Olympia

"Einfach absolute Weltklasse": Dressur-Equipe holt das zweite Gold für Deutschland

Werth, Bredow-Werndl und Schneider sichern 14. Mannschafts-Gold

"Einfach absolute Weltklasse": Dressur-Equipe holt das zweite Gold für Deutschland

Dressur-Königin Isabell Werth zeigte eine starke Vorstellung.

Dressur-Königin Isabell Werth zeigte eine starke Vorstellung. imago images/Stefan Lafrentz

Isabell Werth strahlte bereits, bevor das Ergebnis offiziell war. Die 52 Jahre alte Rekordreiterin feierte am Dienstag in Tokio mit dem deutschen Dressur-Dreamteam erneut olympisches Gold. Gemeinsam mit Dorothee Schneider aus Framersheim und Jessica von Bredow-Werndl aus Tuntenhausen siegte die Rheinbergerin überlegen und sammelte bereits ihre siebte goldene Medaille bei Olympischen Spielen ein. Mit 8178 Pukten fiel der Sieg vor dem US-Trio (7747) und vor Großbritannien (7723) überaus deutlich aus.

"Einfach geil", schwärmte die deutsche Schlussreiterin von Bredow-Werndl. "Das war ganz, ganz großer Sport heute", freute sich Pferdesport-Equipechef Dennis Peiler. "Alle drei waren in überragender Form, einfach absolute Weltklasse." Peiler sagte aber auch: "Man darf nicht vergessen, welcher Druck auf ihnen lastete. Die Erwartungshaltung ist ja in der Dressur enorm." Alles andere als Platz eins wäre in der Tat eine Enttäuschung gewesen.    

Auch Schneider schwärmte: "Wir sind ein Super-Team!" Sie lobte zudem: "Super-Pferde, Super-Reiter!" Die ebenfalls 52 Jahre alte Start-Reiterin, die wegen eines Sturzes Olympia beinahe verpasst hätte, zeigte nach einem kleinen Fehler in der Qualifikation im Grand Prix Special einen starken Auftritt. Mit Showtime gelang ihr ein fast fehlerfreier Ritt und die Führung für ihr Team.  

Alle drei waren in überragender Form, einfach absolute Weltklasse.

Pferdesport-Equipechef Dennis Peiler

"Ich bin begeistert", kommentierte die erste Reiterin des deutschen Trios. "Ich habe viel riskiert", gab sie zu. "Ich hatte auch einen Fehler, aber nicht so einen teuren wie im Grand Prix." Ihren Wallach Showtime lobte sie: "Der wollte gehen, der wollte sich für mich engagieren, der wollte tanzen. Es hat heute Spaß gemacht mit diesem besonderen, wirklich besonderen Pferd."

Ein noch besseres Ergebnis als Schneider (80,608 Prozentpunkte) gelang Werth mit ihrer Stute Bella Rose - 83,298 Prozentpunkte. "Ich bin total happy über Bella, sie hat eine fantastische Leistung gezeigt", kommentierte die erfolgreichste Reiterin der Welt. Die Bewertung der Richter ärgerte sie und fand sie nicht ausreichend. "Aber warum sollte ich mich ärgern?"

Vielmehr freute Werth sich über den Auftritt ihres Pferdes, mit dem sie gemeinsam mit Schneider auf Showtime und von Bredow-Werndl auf Dalera schon vor drei Jahren in den USA zum Gold-Team gehört hatte. "Sie war unglaublich relaxed", schwärmte Werth über die Stute. "Es fühlte sich einfach toll an - und das ist das Allerwichtigste."  

Bredow-Werndl bringt den Sieg nach Hause

Schneider und Werth konnten später zuschauen, wie von Bredow-Werndl als dritte Reiterin den Sieg perfekt machte. Die 35-Jährige aus dem bayerischen Tuntenhausen behielt die Nerven. Sicher lenkte die letzte Starterin des Felds ihre Stute durch das Viereck und ließ die Kolleginnen strahlen.

14. Team-Gold für Deutschland bei Olympischen Spielen

Das deutsche Team wurde nach dem deutlichen Sieg in der Qualifikation am Wochenende den hohen Erwartungen vollends gerecht. Zugleich unterstrich das Trio die deutsche Dominanz in dieser Disziplin. Es war das 14. Team-Gold für Deutschland bei Olympischen Spielen.

Auch im Kür-Einzel die Top-Favoritinnen

Am Mittwoch winkt den deutschen Reiterinnen weiteres Edelmetall. Auch im Kür-Einzel werden sie zu den Top-Favoritinnen gezählt. "Wir werden sehen, was passiert", sagte Werth, die ihr achtes Gold gewinnen kann. Sie würde damit im deutschen Medaillen-Ranking auf Platz eins vorrücken, neben die Kanutin Birgit Fischer, die acht Gold- und vier Silbermedaillen in ihrer Statistik hat.

Die deutschen Medaillengewinner auf einen Blick

dpa/nik

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