Bundesliga

Einbruch wie die Eintracht? Bayer-Sportdirektor Rolfes: "Unsere Tiefe im Kader ist eine andere"

Leverkusens Sportdirektor trotz unheilvoller Parallelen optimistisch

Einbruch wie die Eintracht? Rolfes: "Unsere Tiefe im Kader ist eine andere"

Bayer-Sportdirektor Simon Rolfes sieht einen entscheidenden Unterschied zu Eintracht Frankfurts Schicksal im Jahr 2019.

Bayer-Sportdirektor Simon Rolfes sieht einen entscheidenden Unterschied zu Eintracht Frankfurts Schicksal im Jahr 2019. Getty Images

Es ist ein Seuchenjahr. Insgesamt zwölf Verletzte und vier Corona-bedingte Ausfälle musste und muss Bayer 04 in dieser Saison verkraften. Der Kader ist am Limit. Es droht das Frankfurter Schicksal aus dem Mai 2019, als die Eintracht an den letzten beiden Spieltagen unter der Belastung der Europa League, in der man das Halbfinale erreichte, Platz 4 verspielte und am Ende sogar fast noch Platz 7 verpasste.

Damals zogen mit Bayer 04, Mönchengladbach und Wolfsburg drei Klubs ohne Dreifachbelastung im Finale an Frankfurt vorbei. Die Eintracht, die nur noch in der Liga vertreten ist, und der VfL Wolfsburg, der international nicht dabei ist, sitzen nun Bayer schon dicht im Nacken. Und der Weg, den Bayer in dieser Saison noch gehen muss, ist noch viel weiter, die Taktung der Spiele noch härter.

Rolfes: "Unsere Tiefe im Kader ist eine andere"

Simon Rolfes beunruhigen die unheilvollen Parallelen nicht. Vielmehr betont er einen aus seiner Sicht entscheidenden Unterschied. "Unsere Tiefe im Kader ist eine andere als die, die Frankfurt vor zwei Jahren hatte", sieht der Sportdirektor bei Bayer bessere Voraussetzungen um den Tanz auf drei Hochzeiten ohne Einbruch im Saisonfinale überstehen zu können.

Nachdem Julian Baumgartlinger nach seiner Knie-Operation längerfristig fehlen wird, sollte es jetzt auf keinen Fall weitere Ausfälle mehr geben, um Rolfes' Zuversicht zu stützen. Dafür sollten nicht nur Rechtsverteidiger Lars Bender, der gegen Wolfsburg mit Wadenproblemen ausgewechselt wurde, und Mittelstürmer Patrik Schick, der schon im Spiel gegen den BVB im Rasen hängen geblieben war und am Samstag fehlte, schnell wieder einsatzbereit sein.

Rolfes: "Hatten und haben so viele Langzeitverletzte wie lange nicht mehr"

Denn dem Sportdirektor ist bewusst, wie angespannt die Lage akut trotz einiger Rückkehrer ist. "Wir hatten und haben so viele Langzeitverletzte wie lange nicht mehr. Die helfen nicht", sagt Simon Rolfes mit Blick auf die Dauergäste im Lazarett. So eine Verletzungswelle wäre in der Rückrunde noch schwerer aufzufangen. "Es ist schon wichtig, dass in den nächsten zehn bis 14 Tagen möglichst viele Spieler zurückkommen, damit mehr Leben auf dem Trainingsplatz ist", weiß Rolfes.

Diese Akteure müssen dann aber auch noch Rückstände aufholen. Wie Charles Aranguiz trotz seines Comebacks oder Exequiel Palacios, dem nach der Fraktur dreier Querfortsätze an der Wirbelsäule trotz guten Aufbaus in Argentinien noch einiges fehlt. "Er ist in ganz guter Verfassung zurückgekommen, in zwei Wochen könnte er so weit sein, eine Halbzeit zu spielen", glaubt Rolfes, der hofft, dass Abwehrchef Sven Bender "zeitnah" wieder einsteigt.

Weiser und Paulinho brauchen noch längere Zeit

Rechtsverteidiger Mitchell Weiser, der nach einem schweren Muskelfaserriss im Oberschenkel weiterhin Reha-Training absolviert, wird wie Paulinho, der sich im Juli das Kreuzband gerissen hatte, noch etwas länger für einen soliden Aufbau brauchen. Sicher ist: Trainer Peter Bosz erwartet sie alle sehnsüchtig zurück.

Stephan von Nocks

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