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"Ein zweischneidiges Schwert": Vorerst keine FUT-Drops in der VBL

Auf der Suche nach treuen Zuschauern

"Ein zweischneidiges Schwert": Vorerst keine FUT-Drops in der VBL

Zuschauerbindung bleibt ein wichtiges Thema in der Virtual Bundesliga.

Zuschauerbindung bleibt ein wichtiges Thema in der Virtual Bundesliga. EA SPORTS

FUT-Drops wird es in Deutschlands Top-Wettbewerb für FIFA-Spieler zukünftig wohl kaum geben, das lassen zumindest die Worte von Ulrich Schulze vermuten. Als Produktchef der ESL ist er mitverantwortlich für die Übertragung der Virtual Bundesliga (VBL). In einer Gesprächsrunde bei eSportBusiness (ESB) äußerte er sich zu den umstrittenen Belohnungen: "Drops sind ein zweischneidiges Schwert. Sie motivieren die Leute zuzuschauen, aber nicht unbedingt aus den richtigen Gründen."

Der Erfolg der hohen Zahlen sei daher nur vorrübergehend. "Wenn es keine Drops mehr gibt, dann bleibt eventuell auch die Zuschauerschaft aus", meint Schulze. Diese These befürworten zahlreiche Community-Mitglieder. Nicht ohne Grund hält sich der Glaube, dass viele Leute einzig aufgrund der Drops bei großen internationalen FIFA-Turnieren einschalten. Entsprechend möchten ESL und DFL auf andere, nachhaltigere Strategien setzen.

Geschichten statt Drops

Für Schulze läuft die Ausrichtung unter dem Leitfaden der Präsentation: "Es geht darum, jemanden zum Einschalten zu überzeugen. Und das kann man nur, wenn man Geschichten erzählt." Die ESL möchte die Relevanz der einzelnen Matches aufzeigen und den Spielern sowie Vereinen ein Profil verleihen, um bei den Zuschauern vermehrt Interesse zu wecken und sie an den Stream zu binden. Die Teilnehmer sollen "mehr als nur ein Name auf dem Bildschirm, sondern eine Persönlichkeit" sein. Dann würden Vereinsfans neben den Begegnungen ihres Lieblingsklubs auch für andere Partien einschalten, so die Hoffnung der Verantwortlichen.

Bei der Umsetzung ihrer Strategie setzen ESL und DFL auf die Unterstützung der Vereine und Spieler. Auch sie sollen die Geschichten rund um die VBL vorantreiben, damit die Zuschauerschaft steigt. Das passiert im Stream, auf wie neben dem virtuellen Platz und in den sozialen Netzwerken. Gerade hinsichtlich der sportlichen Rivalitäten zwischen den Profis ist die VBL derzeit noch mager bestückt. Zuschauerwachstum ist laut Schulze aber keine Sache, "die über Nacht passiert". Dieses Ziel soll durch regelmäßige Berichterstattung langfristig erreicht werden.

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Christian Mittweg

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