Tennis

Ein Sturz beendet das Märchen: Otte scheitert an Berrettini

Als Trost bleibt eine Viertelmillion Euro Preisgeld

Ein Sturz beendet das Märchen: Otte scheitert nach starkem Kampf an Berrettini

Diese Szene entschied womöglich das Match: Oscar Otte bei seinem Sturz im vierten Satz.

Diese Szene entschied womöglich das Match: Oscar Otte bei seinem Sturz im vierten Satz. imago images/Paul Zimmer

Oscar Otte hatte auf seinem Weg ins Achtelfinale mit Lorenzo Sonego (Nummer 20 der Setzliste) und Andreas Seppi bereits zwei Italiener aus dem Turnier gekegelt. Nun wartete mit Matteo Berrettini ein weiterer Spieler aus dem Land des Fußball-Europameisters - und als Weltranglistenachter war der 25-Jährige auch haushoher Favorit. Immerhin ist Qualifikant Otte nur Nummer 144 der Welt.

Doch der Deutsche legte einen ordentlichen Start hin, hielt das Match anfangs offen - und leistete Widerstand. Gegen Berrettinis starke Vorhand, die dieser immer wieder mit enorm viel Tempo spielt, und dessen brachialen Aufschlag fand Otte aber kein geeignetes Mittel. Beim Stand von 3:3 kassierte der Kölner ein Break - und Berrettini brachte Satz eins locker in trockene Tücher.

Otte geht ins Risiko - und gleicht nach Sätzen aus

Durchgang zwei startete dann aber mit einem Paukenschlag: Otte brachte zunächst sein Service durch und hatte kurz darauf urplötzlich Breakball. Den nutzte der Deutsche dann sofort - und zwar mit einem Hochrisiko-Ball longline. Auf einmal war der Wimbledon-Finalist gefordert, doch eine Antwort blieb aus, auch weil sich Otte bei eigenem Aufschlag keine Blöße gab - so stand es nach 71 Minuten 1:1 nach Sätzen.

Berrettini kommt ins Rollen

Matteo Berrettini

Im Viertelfinale: Matteo Berrettini. AFP via Getty Images

Zu Beginn von Satz drei urplötzlich direkt die nächste Breakchance für Otte, Berrettini machte den Punkt dann aber doch - und zwar mit einer Rückhand longline. Otte spielte auf Augenhöhe, und Berrettini musste wie schon in den Runden zuvor gegen Corentin Moutet (3:1) und Ilya Ivashka (3:2) kämpfen - und er kämpfte, pushte sich und nahm auch das Publikum mit. Ein frühes Break reichte ihm zum 6:3-Satzgewinn.

Mit einem Sturz ist das Spiel entschieden

In der Satzpause schüttelte Otte vor Enttäuschung noch länger den Kopf, als der gelbe Filzball aber wieder flog, war der Fokus da. Bei einem anspruchsvollen Überkopfball stürzte Otte allerdings samt Rückwärtsrolle und ließ sich daraufhin beim Stand von 1:1 an der rechten Hand behandeln. Von da an konnte der Qualifikant nicht mehr an seine zuvor gezeigte Leistung anknüpfen. Sichtlich gehandicappt sank die Aufschlaggeschwindigkeit spürbar, auch die Sicherheit im offenen Spiel litt.

Als es 2:3 stand, bat er noch einmal um eine Behandlung, kurz darauf war klar: Es würde nicht reichen. Mit 4:6, 6:3, 3:6 und 2:6 endete ein bis dahin märchenhaft verlaufenes Grand-Slam-Turnier für Otte. Umgerechnet rund eine Viertelmillion Euro Preisgeld kassiert der Kölner als Trostpflaster, während Berrettini mit leichten Problemen das Viertelfinale erreichte.

Eine ganz starke Geste des Italieners soll noch erwähnt werden: Bei den letzten Ballwechseln des Matches applaudierte er seinem tapferen Gegner und animierte das Publikum, Otte für dessen Kampfeswillen Tribut zu zollen.

drm/pab