Formel 1

"Ein Lebenstraum": Vettel fährt für Ferrari

Dreijahresvertrag für den Heppenheimer

"Ein Lebenstraum": Vettel fährt für Ferrari

Wechselt das Cockpit: Sebastian Vettel fährt künftig für die Scuderia Ferrari.

Wechselt das Cockpit: Sebastian Vettel fährt künftig für die Scuderia Ferrari. Getty Images

"Damit wird ein Lebenstraum wahr", ließ Vettel wissen: "Als ich ein Kind war, war Michael Schumacher in seinem roten Auto mein größtes Idol. Jetzt ist es eine unglaubliche Ehre, endlich die Chance zu haben, einen Ferrari zu fahren."

Sebastian Vettel wird bei Ferrari den spanischen Ex-Weltmeister Fernando Alonso (33) ersetzen und Teamkollege von Kimi Räikkönen. Der Deutsche, der dem Vernehmen nach pro Saison rund 25 Millionen Euro verdienen soll, tritt damit in die großen Schumacher-Fußstapfen. Der Rekordweltmeister war zur Saison 1996 nach zwei WM-Titeln mit Benetton zu den Italienern gewechselt und hatte mit dem Traditionsrennstall ab 2000 fünf WM-Triumphe in Serie eingefahren.

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Vettel hatte zuletzt beim Rennen in Japan seinen Abschied von Red Bull nach sechs Jahren und vier Fahrertiteln (2010-2013) verkündet. Der Hesse, der 2007 beim Großen Preis der USA im BMW-Sauber sein F1-Debüt gab und gut ein Jahr später im Toro Rosso beim Großen Preis von Italien erstmals triumphierte, kann inzwischen auf 39 Siege in der Königsklasse verweisen. 66-mal stand Vettel bei 138 Teilnahmen auf dem Podest, 45-mal ergatterte er die Pole Position.

Red Bull: Ende einer Ära

Auf zu neuen Ufern: Sebastian Vettel und Fernando Alonso (re.).

Auf zu neuen Ufern: Sebastian Vettel und Fernando Alonso (re.). imago

Sein Wechsel zu Ferrari ist gleichbedeutend mit einer erfolgreichen Ära bei Red Bull, für die er von der Kartzeit an 15 Jahre Runden drehte. Trotz seiner vier Titel blieb dem jungen Deutschen vollkommene Anerkennung verwehrt. Er habe schließlich über all die Jahre auch das beste Auto gehabt, hieß es oft. In der laufenden Saison riss die Erfolgsserie bei den "Bullen". Kein einziger Sieg gelang Vettel, sein Teamkollege Daniel Ricciardo jubelte dreimal. Dominanz strahlte jedoch Mercedes aus, das mit Lewis Hamilton und Nico Rosberg auch im letzten Rennen um den Titel fährt.

Vettel blickt schon nach vorn: "Fahrer von früher haben mir schon oft gesagt, dass es das Schönste wäre, im Ferrari zu gewinnen." Dieses Gefühl gilt es kennenzulernen. Damit verbunden wäre dann naturgemäß auch eine gesteigerte Anerkennung unter Experten und Formel-1-Fans.

Alonso indes geht nach fünf Jahren im Ferrari - ihn zieht es zu McLaren. 1186 Punkte stehen für den Asturier vor dem Finale in Abu Dhabi zu Buche. 44-mal schaffte er es aufs Podium, elfmal gewann er. "#GrazieFernando", twitterte Ferrari am Donnerstag nach der Bekanntgabe seines Weggangs.

Die Scuderia hat eine große Tradition in diesem Sport, und ich bin extrem motiviert.

Sebastian Vettel zu seinem Wechsel

Die Wende beim kriselnden Traditionsrennstall hatte Alonso nicht herbeiführen können. Seit dem Räikkönen-Triumph 2007 konnte die Scuderia keinen weiteren Fahrertitel mehr feiern. Vettel soll dies mit seiner Siegermentalität und seinem fahrerischen Können ändern. "Die Scuderia hat eine große Tradition in diesem Sport, und ich bin extrem motiviert dabei zu helfen, das Team wieder nach oben zu führen", sagte der 27-Jährige, der den Tifosi versprach, "mein Herz und meine Seele" zu geben, um die Trendwende zu schaffen.

Erfolgshunger, Zähigkeit, Enthusiasmus: Vettel & Ferrari

Darauf hofft auch Ferrari-Teamchef Marco Mattiacci, der in einer ersten Stellungnahme zu Protokoll gab: "Mit Sebastian teilen wir den Hunger nach Erfolg und auch den Enthusiasmus sowie eine starke Arbeitsmoral und Zähigkeit. Schlüsselelemente für alle Ferrari-Mitarbeiter, um ein neues Kapitel in der Geschichte von Ferrari zu schreiben."

aho/dpa/sid

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