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Ein Kuhhandel unter Aufsicht der UEFA

Kommentar von Rainer Franzke

Ein Kuhhandel unter Aufsicht der UEFA

Rainer Franzke (kicker-Chefredaktion)

Rainer Franzke (kicker-Chefredaktion)

Mit der Rücknahme der Bewerbung von München für die Ausrichtung von Finale und der beiden Halbfinals der EURO 2020, die in 13 Ländern und 13 Städten ausgetragen wird, fand bei der Vergabe dieses Turniers am Freitag in Genf schon die Weichenstellung für die EURO 2024 statt.

Im Vorfeld der Vergabe für 2020 hat der DFB mit Präsident Wolfgang Niersbach, ein Freund von UEFA-Präsident Michel Platini, mit Blick auf 2024 gute Lobbyarbeit betrieben. Bei kritischer Betrachtung kann man aber durchaus auch von einem Kuhhandel zwischen den Fußballverbänden in Deutschland und England unter der Aufsicht der UEFA sprechen.

Denn bevor die UEFA-Exekutive zur Abstimmung über die Vergabe der 13 Spielstädte in 13 Ländern für die EURO 2020 schritt, war im Grunde schon alles klar. Der DFB zog seine Bewerbung für die Ausrichtung der entscheidenden Spiele in München zu Gunsten der Engländer und Wembley zurück. Dafür tritt England nicht als Konkurrent bei der Vergabe der EURO 2024 an; wird sich wohl erst für das Turnier im Jahr 2028 bewerben.

Bei aller Vorfreude auf das Event 2024 - eine Abstimmung darüber wird man sich wohl ersparen können nach dem "2020-Handel".

Rainer Franzke