Bundesliga

Hoher Wert: Nagelsmann erklärt Bayerns Laufstatistik

Nach Bochum von Rang eins auf fünf

Ein hoher Wert, der sinken wird: Nagelsmann erklärt Bayerns Laufstatistik

"Die Statistik muss man mit ein paar anderen kombinieren": Julian Nagelsmann schaut genauer hin.

"Die Statistik muss man mit ein paar anderen kombinieren": Julian Nagelsmann schaut genauer hin. imago images/Passion2Press

Julian Nagelsmann hatte bereits am Freitag, einen Tag vor dem 7:0 gegen den VfL Bochum, den richtigen Riecher: "Ich glaube, dass der Wert in der nächsten Zeit eher einen Tick runter gehen wird", sagte er über die Laufleistung seiner Mannschaft. Vor dem Spieltag hatte der FC Bayern in dieser Kategorie mit 117,8 Kilometern pro Partie überraschend von der Ligaspitze gegrüßt. Überraschend insofern, weil die Münchner in der vergangenen Saison Schlusslicht waren. Kein Wunder, kontrollieren die Münchner doch meist Ball und Gegner und damit das Geschehen.

Nach dem Kantersieg gegen Bochum ist Bayerns Wert tatsächlich gefallen, mit nun noch 116,6 Kilometern im Schnitt belegen sie hinter Bielefeld, Frankfurt, Köln sowie Union Berlin Rang fünf. Interessant sind Nagelsmanns Ansichten zur Laufleistung. "Der Wert ist mir nicht so wichtig, aber ich achte drauf", sagte er und geht in die Tiefe: "Die Statistik muss man mit ein paar anderen kombinieren, um zu wissen, ob sie gut oder schlecht ist."

Nagelsmann erklärt: "Dieser Wert hat auch eine negative Seite"

Den hohen Wert zu Saisonbeginn begründet Bayerns Trainer damit, dass sein Team nicht ganz die gewünschte Kontrolle in einigen Spielen gehabt habe, "deshalb mussten wir am Ende ein bisschen mehr laufen." Seine Argumentation: "Dieser Wert hat auch eine negative Seite. Wenn du mehr Ballbesitz hast, mehr Phasen, in denen du den Ball laufen lässt oder auch mal höher führst, dann wird der Wert geringer. Deshalb kam auch letztes Jahr der geringe Wert zustande." Damals lag er bei rund 114 Kilometern pro Partie.

Nagelsmann Anspruch lautet nun, etwa eineinhalb Kilometer zur Vorsaison draufzupacken. Seine Begründung: "In meiner Idee haben wir mit Ball eine andere Aktivität in der Kette." Als Stichworte zählt er Positionsfindung und Spielbeschleunigung auf. So ist zu beobachten, dass die Innenverteidiger gerne in Richtung Mittelfeld andribbeln statt sofort einen Pass zu spielen. Nagelsmann: "Da sammelt man insgesamt ein paar Kilometer mehr auf defensiveren Positionen, auf der Sechs, den Innen- und Außenverteidigern, als es davor der Fall war."

Dennoch geht er davon aus, dass seine Spieler mit mehr gemeinsamem Training, mehr Fitness und dadurch einer (noch) besseren Spielkontrolle eher weniger Meter machen werden. Lauf- und spielstarke Bayern sind für die arg überschaubare Konkurrenz jedenfalls keine gute Nachricht, mit 14 Toren in den jüngsten drei Partien gegen Leipzig, Barcelona und Bochum kommt die bayerische Fußballmaschinerie immer besser ins Rollen.

Frank Linkesch