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Ein Tipp von Ibrahimovic: Vlahovic ist das serbische Juwel

Stürmer der AC Florenz weiß weiter zu überzeugen

Ein heißes Eisen und ein Tipp von Ibrahimovic: Vlahovic ist das serbische Juwel

Das gefällt den Viola-Fans: Dusan Vlahovic hat sich zu Florenz bekannt - und liefert weiterhin ab.

Das gefällt den Viola-Fans: Dusan Vlahovic hat sich zu Florenz bekannt - und liefert weiterhin ab. imago images/Nicolo Campo

Seit Jahren erhoffen sich die Bosse bei der AC Florenz die Rückkehr in die Serie-A-Spitzengruppe - schließlich liegen die letzten Titelgewinne (Coppa-Italia-Erfolg 2001, zwei Meisterschaften 1956 und 1969) schon weit zurück. Und auch international sind die Toskaner seit der Champions-League-Teilnahme 2009/10 (Achtelfinal-Aus gegen Bayern München) und dem Europa-League-Auftritt 2016/17 (Zwischenrunden-Aus gegen Gladbach) oft eher nur noch Zaungäste gewesen.

Einer der Hauptgründe dafür: Der Fiorentino brechen immer wieder die wichtigsten Säulen weg, da haben zuletzt auch nicht die vielen investierten Millionen von Eigentümer Rocco B. Commisso geholfen (seit 2019 im Amt). Eigengewächse oder vielversprechende Talente werden stets abgeworben - zuletzt allen voran der jahrelange Hoffnungsträger Federico Chiesa. Der Europameister dieses Sommers hat sich seit 2007 von der Viola ausbilden und zum Profi machen lassen, ehe er im letzten Jahr dem Lockruf von Rekordmeister Juventus gefolgt ist.

Spielersteckbrief Vlahovic
Vlahovic

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Italiano Vincenzo

AC Florenz - Vereinsdaten
AC Florenz

Gründungsdatum

26.08.1926

Vereinsfarben

Violett-Weiß

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Doch aktuell scheint eine kleine Trendwende herbeigeführt worden zu sein: Spieler wie Abwehrmann Nikola Milenkovic (23, seit 2017), Gaetano Castrovilli (24, seit 2019) oder auch Erick Pulgar (27, seit 2019) sind geblieben, während vielversprechende Akteure wie der aus Stuttgart gekommene Nicolas Gonzalez (23) oder auch Riccardo Sottil (22) verpflichtet worden sind.

Herzensentscheidung: Auch der Star bleibt

Die größte Leistung der Florenzer Sportdirektoren aber war es, Dusan Vlahovic zu halten. Der 2018 vom serbischen Top-Klub Partizan Belgrad gekommene Stürmer hat sich binnen kürzester Zeit in die Herzen der Fans gespielt, steht inzwischen schon bei stattlichen 30 Treffern in 81 Serie-A-Spielen. Allein in dieser Spielzeit sind es schon wieder drei Tore in bislang nur vier Einsätzen gewesen - was zugleich ein Hauptgrund dafür ist, warum die Fiorentina mit neun Punkten dicht an der Spitzengruppe in Italiens Oberhaus dran ist.

Und es war kein Leichtes für die AC-Bosse, dieses Juwel weiterhin zu binden. Denn in diesem Sommer war das Interesse dem Vernehmen nach riesig, allen voran Spaniens Meister Atletico Madrid hat sich brennend für den Angreifer interessiert. Vor allem ein Machtwort von Multimillionär Commisso soll einen Schlussstrich unter die Spekulationen gesetzt haben.

Der Spieler selbst hat das offenbar klaglos hingenommen, spielt weiterhin mit einer Leidenschaft für den stolzen Klub aus der Toskana - und genießt es sichtlich, wie ihn die euphorischen Fans dafür als Helden feiern. Im Gespräch mit "DAZN" hat Vlahovic nun auch verraten, dass es eine Herzensentscheidung war, sich für einen Verbleib in Florenz entschieden zu haben - und dass allen voran Trainer Vincenzo Italiano "einer der Hauptgründe war". Er wolle sich hier mit seinen erst 21 Jahren weiterentwickeln und mit dem Klub Erfolge schreiben - zusammen mit seinen beiden besten serbischen Freunden Milenkovic und Aleksa Terzic (in diesem Sommer aus Empoli gekommen).

Die Geschichte mit "Ibra" und dem sprachlosen Vlahovic

Und weiter: "Es gefällt mir richtig in Florenz, hierher bin ich ganz jung gekommen - und seither ist es mein zweites Zuhause. Außerdem meine ich, dass Leute vom Balkan die Dinge mehr mit Herz als mit dem Kopf entscheiden. So war das nun auch bei mir."

Sein Kopf habe ihm aber auch stets geholfen - zum Beispiel, wenn er seine Vorbilder Stevan Jovetic (Durchbruch einst bei Partizan geschafft, nun bei Hertha BSC) oder Francesco Totti beobachtet hat. Sein größtes Idol aber ist Zlatan Ibrahimovic, der Milan-Star hat bei Vlahovic einen Stein im Brett: "Sein Charakter steht über allem. Er hat sich von niemandem je etwas befehlen lassen. Und als wir in der letzten Saison 2:3 gegen Milan verloren haben, hab ich die Chance genutzt und ihn um sein Trikot gefragt - weil ich gedacht habe, nach dem Sieg gegen uns ist er bestimmt nicht sauer. Er hat dann sogar unterschrieben, wir haben ein Foto gemacht - und hat eine Widmung sogar in unserer Sprache hingeschrieben ... Er hat mir gesagt, dass ich so weitermachen und nie aufgeben soll." Vlahovic selbst sei währenddessen eher schüchtern gewesen, habe kaum ein Wort herausgebracht: "Ich bin nicht besonders gut im Reden, wenn ich ein Idol treffe."

mag