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Ein guter Fußballmanager? "Es ist wichtig, dass man nicht deprimiert davon geht"

Gerald Köhler im Interview mit kicker eSport

Ein guter Fußballmanager? "Es ist wichtig, dass man nicht deprimiert davon geht"

Gerald Köhler spricht im Interview über Fußballmanager und seine Leidenschaft für das Genre.

Gerald Köhler spricht im Interview über Fußballmanager und seine Leidenschaft für das Genre. privat/kicker eSport

Gerald, warum machst du immer Managerspiele?

Gerald Köhler: Es ist meine große Leidenschaft. Ich finde auch, dass es ein sehr vielschichtiges Thema ist. Es hat mit Fußball zu tun, was allein schon mega ist. Ich mag vor allem das langfristige Aufbauen. Was ich auch sehr angenehm finde, sind die Spieler in dem Bereich. Mit denen komme ich gut aus, ich weiß, was die wollen.

Bekommst du von den Spielern viel Rückmeldung? Wie gehst du damit um?

Köhler: Ich habe es wahnsinnig gern, wenn Feedback kommt und sich das Spiel zusammen mit den Spielern entwickelt. Das haben wir immer so gemacht und das wird jetzt auch so sein, dass wir entsprechend dann reagieren, wenn es Wünsche gibt oder Verbesserungen oder im Fußball etwas passiert.

Was, würdest du sagen, macht ein gutes Managerspiel aus?

Köhler: Erstmal eine gute Balance zwischen Realismus und Spiel. Damit es nicht zu hart ist - man soll Erfolg haben. Das ist ganz wichtig, damit man nicht deprimiert davon geht, weil man vom Spiel so gegängelt wird, dass man gar nicht Erfolg haben kann. Dann, dass es ein vernünftiger Zeitaufwand ist, das Spiel zu spielen. Damit man auch vorankommt und nicht 20-30 Stunden an einer Saison arbeitet oder auch schon mal 10 Stunden, bevor es losgeht. Ich finde auch ganz wichtig, dass es langfristig funktioniert, dass man etwas 40 Jahre lang aufbauen und am Ende dann auch darauf stolz sein kann, dass man einen kleinen Verein ganz groß gemacht hat.

Gerade in der Anfangszeit gab es wahnsinnige Phänomene, dass Durchmarschvereine aus der 4. Liga nach oben schießen.

Gerald Köhler

Wie stellt ihr sicher, dass die Entwicklungen im Spiel langfristig funktionieren?

Köhler: Grundsätzlich ist das so, dass man dafür sehr lange Tests macht. Wir haben relativ früh damit angefangen: Abends drauf drücken und 40 Jahre in die Zukunft rechnen. Dann sieht man anhand der Statistiken, was sich so entwickelt hat. Da erlebt man natürlich die tollsten Sachen, gerade in der Anfangszeit gab es wahnsinnige Phänomene, dass Durchmarschvereine aus der 4. Liga nach oben schießen.

Woran liegt das?

Köhler: Da sind wir gerade noch dabei, das herauszufinden. Oft hängt das an ganz kleinen Dingen. Das ist gerade so richtig spannend, weil wir dann immer richtig forschen müssen: Liegt das an konditionellen Faktoren? Machen die Vereine da irgendwas richtig? Haben die eine bestimmte Kaderstruktur, die das gerade erlaubt? Das ist das, was wir gerade testen, ob das dann auch alles vernünftig passt.

Glaubst du, dass sich das Genre von Fußballmanager-Spielen wieder stärker etablieren könnte?

Köhler: Ich hoffe doch. Ich glaube schon, dass es da noch genügend Leute gibt, die auch darauf gewartet haben, dass da nach all den Jahren wieder was passiert. Ich finde das spannend, wir wissen ja auch nicht, was auf uns zukommt.

Wie siehst du denn den eSport und eFootball?

Köhler: Das ist nicht wirklich meine Welt. Aber sagen wir mal so: Ich habe mir natürlich Gedanken gemacht, wie ich aus Fußballmanagern ein Wettbewerbsspiel machen könnte. Aber bisher habe ich noch nichts gefunden, wo ich sage: Das ist genau der Weg.

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Faris Delalic/Holm Kräusche